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Kultur

Eine lauwarme Opern-Kost

Von Michael Wruss 21. September 2019 00:04 Uhr

Eine lauwarme Opern-Kost
Maria Bengtsson (Rusalka), Günther Groissböck (Wassermann)

Dvoráks "Rusalka" am Theater an der Wien enttäuschte.

Die Premiere von Antonín Dvoráks "Rusalka" am Donnerstag im Theater an der Wien war eine Opernproduktion, bei der man sich fragt, weshalb eigentlich? Einerseits gibt es in den beiden anderen Wiener Opernhäusern aktuelle Inszenierungen, andererseits bringt Amélie Niemeyers Umsetzung keine wirklich neuen Facetten in das lyrische Märchen.

Die Regisseurin lässt die Sänger durchs Wasser waten, im zweiten Akt sogar mit Badeschaum, lässt bedrohlich ein Tor zu einem geheimen Gang, über dem auf Tschechisch "Achtung!" steht, auf und zu gehen, ohne dass klar wird, in welche Welt dieser Weg führt. Dazu kommt eine sperrige Choreografie (Thomas Wilhelm), die jegliche Bewegung auf der hallenbadähnlich sterilen Bühne (Christian Schmidt) lähmt.

Ein Abend ohne Aufreger

Irgendwie gab es das alles schon, und so verlief der Abend ohne Aufreger auf der Bühne und ohne Aufreger im Publikum, das sich kaum – bis auf ein paar Buhs – gegen die inszenatorische Öde auflehnte. Aber auch musikalisch blieb der Abend wenig aufregend.

David Afkham ließ das ORF Radio-Symphonieorchester Wien ziemlich derb musizieren. Es gelang kaum, den klanglichen Reiz dieser Partitur greifbar zu machen. Offensichtlich hatte das wenig reizvolle optische Konzept auf die Musik abgefärbt. Maria Bengtsson war anfänglich eine feine Rusalka, schien nur im Lauf des Abends immer zurückhaltender und vorsichtiger zu agieren.

Ladislav Elgr macht im Adamskostüm schon was her, aber stimmlich stieß sein Prinz manchmal an die Grenzen. Kate Aldrich war eine unaufdringliche Fürstin, Natascha Petrinsky eine wenig dämonische, dafür regiemäßig eingenebelte Jebaba. Die kleineren Rollen waren teilweise ansprechend besetzt und wie der Arnold Schönberg Chor höchst präsent. Wirklich restlos überzeugend war nur Günther Groissböck als Wassermann, der stimmlich alle Register zog und darstellerisch am meisten beeindruckte.

Fazit: Ein lauer Opernabend.

Theater an der Wien: Premiere von Antonín Dvoráks Oper "Rusalka", 19.9.

Artikel von

Michael Wruss

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