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Ein Wochenende in Bad Ischl, prall gefüllt mit großartiger Chormusik

Von Michael Wruss   07.Oktober 2019

Am Wochenende fand in Bad Ischl das Stimmenfestival der Oberösterreichischen Vokalakademie statt – und zog gleich bei seiner Premiere am neuen Ort eine erstaunliche Zuhörerschaft an. Der Transfer aus dem hohen Mühlviertel, wo das Festival zehn Jahre lang mit spannenden Programmen und Aktivitäten in Freistadt gelaufen war, ins Herz des Salzkammerguts ist geglückt. Das Festival wird in der Kaiserstadt seine neue Heimat haben und regelmäßig stattfinden. Leicht wehmütig und doch erleichtert hat Peter Wiklicky, Gründer des Festivals und "Erfinder" des "Chors des Jahres", sein Liebkind an den Leiter der Vokalakademie, Konrad Fleischanderl, übergeben.

"Singende" Gläser

Zwei große Konzerte standen am Freitag und Samstag auf dem Programm. Zunächst begeisterten die "Singfoniker in f" unter Karl Lohninger in der Stadtpfarrkirche mit einer vielseitig gestalteten Stückauswahl, die von Bachs Motette "Lobe den Herren" bis zur brandaktuellen Chormusik von Eriks Esenvalds, Ola Gjeilo, Ugis Praulins und Arvo Pärt reichte. Werke, die wie bei Esenvalds’ "Stars" mit ungewöhnlichen Mitteln wie gestimmten Wassergläsern fragile Klänge zauberten und diese besonders beachtete Klangflächenmusik zum Ereignis werden ließen. Großen Anteil dabei hatten auch die "Singfoniker in f", die dieses anspruchsvolle klangmalerische Programm überzeugend und emotional stark gestalteten. 2015 waren sie "Chor des Jahres" – das Preisträgerkonzert holten sie erst jetzt, dafür beeindruckend nach.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen des Männerchors, und so zog am Samstag mit dem Hausruckchor Ottnang-Manning unter Herbert Starlinger der Gewinner der von den OÖNachrichten initiierten Auszeichnung "Best of Chormusik" im Kongress & Theaterhaus Bad Ischl ein. Der Chor überzeugte mit einem klassischen Männerchor-Repertoire, feinen Solisten und einem sauberen und gut ausbalancierten Chorklang.

Im zweiten Teil des Abends zeigte der Arbeitergesangsverein Kohlröserl Ebensee beeindruckend, weshalb er "Chor des Jahres 2018" wurde. Es geht hier um die Aufrechterhaltung einer über 100-jährigen Tradition und um die Bewahrung eines aus dem Volksliedgut der Region bestehenden Repertoires, das geschickt um neue Aspekte – etwa afrikanische Chormusik – erweitert wird. Chorleiter Rudolf Hödl leistet hörbar große Überzeugungsarbeit und bescherte dem Chor, der im Finale mit der Tirolerhäusl Schützen-Musi gemeinsam musizierte, großen Applaus. Die beiden Chöre nahmen wie auch der Unionchor Lambach, die Chorreichen 17 aus Steyr und der Stadtchor Gmunden beim Chorkonzert in der Trinkhalle teil.

Fazit: Ein gelungener Transfer eines bereits zur Tradition gewordenen Festivals mit beeindruckenden sängerischen Leistungen.

Bad Ischl: Stimmenfestival sowie Preisträgerkonzerte "Chor des Jahres" und "Best of Chormusik", 4. und 5. 10.

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