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Kultur

Ein bisschen alt und ein bisschen weiß

Von Silvia Nagl  30. August 2019 00:04 Uhr

Ein bisschen alt und ein bisschen weiß

Die britische Schauspielerin Emma Thompson brilliert als Moderatorin einer Talkshow.

"Tom Cruise ist so alt wie ich. Er aber kämmpft gegen eine Mumie – und ich bin eine Mumie!", macht sich die Mittfünfzigerin Katherine Newbury, legendäre Moderatorin einer nächtlichen Talkshow, über ihr Alter lustig. Und in dieser Tonart gibt es immer wieder spritzig-witzige und scharfzüngige Dialoge in diesem Film, der vom Plot her an "Der Teufel trägt Prada" erinnert, in dem Meryl Streep die miese Chefin gespielt hat.

Die britische Schauspielerin Emma Thompson (60), vielfach ausgezeichnet und zweifache Oscar-Preisträgerin, spielt die TV-Moderatorin Katherine schlichtweg umwerfend! Seit 30 Jahren ist diese erfolgreich im männerdominierten Geschäft, die Quoten aber sinken. Sie ist als Chefin gefürchtet, weil egoistisch, unfreundlich, emotionslos. Rund um sich schart sie ein männliches Autorenteam, das sie nur als Nummern anredet.

Als ihr vorgeworfen wird, sie sei Frauenhasserin, gibt sie Befehl, sofort eine Quotenfrau anzustellen. Da kommt Molly gerade recht: eine dunkelhäutige, mollige Amerikanerin mit indischen Wurzeln.

Die unerfahrene Molly mit ihrer entwaffnend ehrlichen Art und unkonventioneller Denkweise wird anfänglich gemobbt, dann aber von allen immer mehr gemocht. Auch von der Chefin, der sie einmal bescheinigt, sie sei "ein bisschen alt und ein bisschen weiß". Nun, die Geschichte ist vorhersehbar, durch das herrliche Zusammenspiel der beiden so unterschiedlichen Hauptdarstellerinnen aber großes Vergnügen!

Wie Emma Thompson die Wandlung von der arroganten und kühlen Diva zur dann doch herzlichen und nahbaren Frau schafft, ist großes, auch herzerwärmendes Kino. Auch Mindy Kaling, die in der Gaunerinnenkomödie "Ocean’s 8" inmitten einer Frauentruppe zu sehen war, zeigt viel komödiantisches Talent und vermag schnell – so wie im Film die Sympathien der Kollegenschaft – auch jene des Kinopublikums für sich zu gewinnen. Die 40-Jährige hat das Drehbuch geschrieben und den Film zu einem Fest für Emma Thompson gemacht. Ihre eigene Rolle als naive Molly hat sie manchmal zu romantisch und zu süßlich ausgestattet.

Manches aber wird Mindy Kaling wohl auch genau so selbst erlebt haben, ebenso wie Regisseurin Nisha Ganatra, ebenfalls indischer Abstammung. Themen wie Geschlechterrollen, Mobbing, MeToo-Bewegung und Altersdiskriminierung werden jedenfalls mit viel Humor und Witz verhandelt.

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