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Kultur

"Die Volksmusik war unsere Einstiegsdroge"

Von Herbert Schorn  16. Januar 2021 00:04 Uhr

"Die Volksmusik war unsere Einstiegsdroge"
Seit zehn Jahren ein Team: Julia Lacherstorfer (v. l.), Evelyn Mair, Marie-Theres Stickler, Matteo Haitzmann und Marlene Lacherstorfer sind "Alma".

Die Volksmusik-Crossover-Formation "Alma" arbeitet zum Zehn-Jahres-Jubiläum am neuen Konzertprogramm "Furore".

Volksmusik, die vertraut klingt und trotzdem ganz anders: Das ist Alma. Vor zehn Jahren gründete Julia Lacherstorfer aus Bad Hall die fünfköpfige Formation mit dem Wunsch, Volksmusik mit Gleichgesinnten auf ihre Art zu interpretieren. "Wir wollen Musik machen, die Respekt vor der Tradition hat, aber sich nicht von ihr einengen lässt", sagt sie. "Wir spielen Traditionelles so, dass es nach dem aktuellen Jahrtausend klingt."

Längst sind sie und ihre zeitgenössische Volksmusik keine Unbekannten mehr: Sie werden in berühmte Häuser wie die Elbphilharmonie in Hamburg und das Konzerthaus in Wien eingeladen, sie spielen mit geschätzten Partnern wie Herbert Pixner und dem Tonkünstler Orchester. 2016 eröffnete Alma die Wiener Festwochen, ihre Programme fassten die fünf in vier CDs zusammen.

Zum heurigen Zehn-Jahres-Jubiläum arbeiten Julia Lacherstorfer (Geige), ihre Schwester Marlene (Kontrabass), Evelyn Mair, Matteo Haitzmann (beide Geige) und Marie-Theres Stickler (steirische Harmonika, derzeit vertreten durch Johanna Dumfart) an einem neuen Programm, das "Furore" heißen wird. Derzeit komponieren und proben sie neue Lieder. Im Programm soll auf einen klassischen Konzertabschnitt – auch wenn das gerade schwer denkbar ist – ein zweiter Teil in Stammtischatmosphäre folgen. Dabei sollen die Besucher nebenbei essen, trinken und zur Musik tanzen können. "Damit wollen wir wieder zu unseren Ursprüngen zurückkehren", sagt Lacherstorfer. "Die Volksmusik war unsere Einstiegsdroge in die Musik. So wurden wir infiziert."

Sie und ihre Schwestern wuchsen in einem musikalischen Haushalt in Bad Hall auf. Der Großvater, lange Gastwirt, spielte gerne Akkordeon und liebte es, mit seinen Enkelinnen zu musizieren, der Vater spielte historische Instrumente, die Mutter nahm die Töchter mit auf Musikwochen.

"Volksmusik ist für mich wie eine Muttersprache", sagt Lacherstorfer, die in Linz Jazzmusik studierte und nun in Wien lebt. "Die Musik ist mein inneres Archiv. Es ist Musik, die ganz unmittelbar mit meinem Innersten verbunden ist." Die Volksmusik sieht sie als Geschenk: "Sie ist eine Ressource, die ich in mir abgespeichert habe und ohne Festplatte abrufen kann."

Tipp: Der heute Nacht auf Ö1 gesendete Mitschnitt eines Konzertes mit Alma aus Melk kann auf radiothek.orf.at nachgehört werden.

Artikel von

Herbert Schorn

Redakteur Kultur und Leben

Herbert Schorn
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