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Kultur

Die Rettung des Kultursommers naht

Von Peter Grubmüller  29. Juni 2020 00:04 Uhr

Die Rettung des Kultursommers naht
Tolle Schauspieler und dramatische Chaos-Truppe in einem, das Ensemble des Kulturhofs Perg: Thomas Bammer, Björn Büchner, Peter Woy, Martin Dreiling, Nadine Breitfuß, Peter Malzer (v.l.)

Der Kulturhof Perg fächert ab 30. 7. acht abgesagte Theaterproduktionen in einer Komödie auf.

Wer sie erlebt hat, wird diese Theaterproduktion nicht so schnell vergessen: Im Sommer 2019 brachte das Ensemble des Kulturhofs Perg die köstliche Groteske "Mord auf Schloss Haversham" auf die Scheunenbühne von Schloss Auhof – ein Slapstick-Feuerwerk als Stück im Stück einer köstlich scheiternden Krimi-Produktion mit Charakteren, die das Psychogramm von Schauspielern und das dünne Eis von Zuverlässigkeiten im Theater kaum besser abbilden könnten.

Das gefeierte Ensemble von 2019 nimmt sich ab 30. Juli nun nichts Geringeres vor, als "Alles retten!", was die Corona-Pandemie an Schauspiel-Vorhaben im OÖ. Kultursommer zur Absage gezwungen hat: Von Gogols "Der Revisor" des TheaterSpectacels Wilhering bis "Die Räuber" nach Schiller von der theaterzeit//Freistadt, von Kálmáns Operette "Gräfin Mariza" (Pramtaler Operettensommer) bis zu Shakespeares "Romeo und Julia"-Stoff (Theater in der Kulturfabrik Helfenberg) binden Intendant Martin Dreiling und Regisseurin Julia Ribbeck acht Stücke an- und ineinander – jeweils komödiantisch tänzelnd auf jenen Brettern, die diesmal eine Katastrophe bedeuten.

"Wegen des Corona-Lockdowns hatten wir nicht mehr damit gerechnet, in diesem Sommer doch noch eine Produktion zustande zu bringen. Dazu ermutigt hat uns schließlich die Stadt Perg", sagt Julia Ribbeck. Der erste Gedanke war die Haversham-Wiederaufnahme, "aber das erschien uns zu einfach", sagt Dreiling. Und weiter: "Dem voraus ging diese unsägliche Pressekonferenz von Josefstadt-Intendant Herbert Föttinger, diese riesige Jammer-Arie. Ich hab’s herausgestoppt: Die Pressekonferenz dauerte 1:15 Stunden, davon ging es sechs Minuten ums künstlerische Programm, der Rest war eine Selbstinszenierung des Intendanten ohne Lösungsvorschläge. Also haben wir versucht, mit unserem Team etwas Künstlerisches zu organisieren."

Alle Beteiligten erklärten sich sofort zu diesem dramatischen Parforceritt bereit, "obwohl wir keine garantierten Gagen in Aussicht stellen können – und obwohl wir nicht wissen, ob bei einer zweiten Welle ein weiterer Lockdown bevorsteht", sagt Ribbeck. "Jetzt ist alles klar: Wir werden auf humorvolle, leichte Weise darauf aufmerksam machen, was in diesem Sommer alles ausfällt."

In der 420 Besucher fassenden Scheune wird nun für 117 bestuhlt. Dreiling: "Wir haben uns eine medizinische Einschulung bei einem Internisten selbst verordnet, weil wir unbedingt jeden schützen wollen." Alle aus dem Perger Team werden auf Corona getestet, während des gut einstündigen Abends soll das Publikum die Masken aufbehalten, jeder Zuschauer muss seine Kontaktdaten hinterlassen. Dreiling: "Das kann man in diesen Zeiten vom Publikum verlangen, und wir verstehen es auch als Statement, um mit Corona so verantwortungsvoll wie möglich umzugehen." Sollte sich die Pandemie-Situation bis Ende Juli wesentlich verbessern, werden diese Richtlinien noch gelockert.

 

Kulturhof Perg

"Alles retten!", das "Corona-Nothilfe-Programm" mit acht Stücken aus den abgesagten Theaterprogramm des OÖ. Kultursommers. Premiere: 30. Juli, Termine: 31. Juli; 1., 5., 6., 7. 8., 12., 13., 14. August (jeweils 20 Uhr). Termine "Julia...spielt keine Rolle!": 19., 20. August.

Infos/Karten: www.kulturhof-perg.at, Tel: 0677/616 00 890

 

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