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Kultur

Familienmusiken vor den Vorhang

Von Herbert Schorn  27. Februar 2021 10:52 Uhr

"Die Musik schweißt uns zusammen"
Die Bruckners: Seit Michael (18) und Anna (21) Instrumente spielen, treten sie gemeinsam mit den Eltern Katharina (42) und Bernhard (48) auf.

Initiative: Volksliedwerk und OÖN suchen Familien, die gemeinsam Volksmusik machen

Unter dem Motto „Klingendes Oberösterreich“ suchen das OÖ Volksliedwerk und die OÖN Familien, die alpenländische Volksmusik machen – egal ob als Duo, Drei- oder Viergesang, ob Saitenmusik, Weisenbläser, Harmonikaduo oder in ungewöhnlichen Instrumentenkombinationen. „Gerade in der Zeit der kulturellen Stille möchten wir wissen, wie viele singende und musizierende Familien es im Land gibt, und sie kennenlernen“, sagt Elisabeth Freundlinger, Präsidentin des Volksliedwerkes. Mitmachen können Familien, die Videos mit einem Musikstück aus dem Bereich der alpenländischen Volksmusik auf nachrichten.at/familienmusik hochladen. Die OÖN stellen ausgewählte Teilnehmer vor. Das Volksliedwerk nimmt die Videos in sein Archiv auf, um ein Abbild der Familienmusiken in diesem speziellen Jahr zu erhalten. Alle Infos gibt es auf nachrichten.at/familienmusik.

Die Walchshofers

Legendär: Bis heute unvergessen ist die neunköpfige „singende und musizierende Familie Walchshofer“ aus Hirschbach, die in den 60er- und 70er-Jahren Konzerte in ganz Österreich gab und 1971 in der TV-Sendung „Guten Abend am Samstag“ bei Heinz Conrads auftrat.

 

„Die Musik schweißt uns zusammen“

Die Musik spielte in der Familie Bruckner schon immer eine große Rolle. Vater Bernhard trat als Bub mit der steirischen Harmonika in der "Huberti-Musi" auf, Mama Katharina lernte zuerst Gitarre, dann Klavier und später – um mit Bernhard musizieren zu können – die Harfe. Kein Wunder, dass auch ihre Kinder Anna und Michael schon bald in die Saiten griffen und Geige (Anna) und Bassgeige (Michael) lernten. Und als der Junior mit sechs die ersten Töne aus dem Instrument brachte, traten die Bruckners zum ersten Mal als Familienmusik auf.

Wer das Quartett aus Inzersdorf heute spielen hört, spürt, wie eng die Familie das Musizieren verbunden hat. Es ist ein harmonisches, friedliches Zusammenspiel. "Die Musik schweißt uns alle zusammen", sagt Katharina. "Sie gibt uns als Familie das gewisse Etwas", sagt Bernhard. "Wenn andere am Abend getrennte Wege gehen, sind wir beisammen und üben." Auftritte haben die Bruckners schon viele absolviert, sie gestalteten Feiern und Gottesdienste, spielten beim "Zipfer Advent" im Brucknerhaus, waren mehrfach im Fernsehen. Zwei Mal traten sie beim alpenländischen Volksmusikbewerb in Innsbruck an. Dabei erhielten sie als erste Oberösterreicher den Herma-Haselsteiner-Preis für musikalische Familien. 2018 nahmen sie eine eigene CD auf, um ein Andenken an ihr Wirken zu haben. "Auch wenn wir keine Profis sind, war es uns immer wichtig, die Musik so qualitativ hochstehend wie möglich zu spielen." Sie engagierten sogar einen eigenen Lehrer, der ihnen half, sich weiterzuentwickeln.

So wurde die Musik für die Familie zu einem Begleiter, der ihnen auch in schwierigen Zeiten half. Mit Tränen denken alle vier an die Nachtwache beim Tod von Katharinas Vater – und erinnern sich gleichzeitig daran, wie sie dort gemeinsam musizierten und einander Kraft gaben. Als Ziel für die Zukunft formuliert Anna daher nur einen Wunsch: "Dass wir nicht aufhören, gemeinsam zu spielen."

 

 

 

Artikel von

Herbert Schorn

Redakteur Kultur und Leben

Herbert Schorn
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