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Kultur

Der Autor Franz Kain war eine Stimme für die "kleinen Leute"

Von Christian Schacherreiter  08. Januar 2022 00:04 Uhr

Der Autor Franz Kain war eine Stimme für die "kleinen Leute"
Franz Kain war auch ein kommunistischer Widerstandskämpfer.

100. Geburtstag: Der Journalist, Politiker und Schriftsteller wurde am 10. Jänner 1922 in Bad Goisern geboren.

Leben und Werk des Journalisten, Politikers und Schriftstellers Franz Kain (1922-1997) spiegelt auf markante Weise die Geschichte des 20. Jahrhunderts. In seinem umfangreichen autobiografischen Roman "Am Taubenmarkt" (in Neuauflage 2003 "Auf dem Taubenmarkt") erzählte er eindrucksvoll vom Leben in einer Epoche der politischen Extreme.

Franz Kain wurde in Posern bei Bad Goisern geboren. Sein Vater war Maurer und Funktionär des sozialdemokratischen Arbeiterbildungsvereins. Schon als Jugendlicher engagierte sich Kain im kommunistischen Jugendverband, als 14-Jähriger wurde er wegen illegaler Aktivitäten zu drei Wochen Haft verurteilt. Da er es nachher schwer hatte, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, arbeitete er als Holzfäller. Nach dem "Anschluss" Österreichs an das Dritte Reich beteiligte sich Franz Kain am Aufbau der kommunistischen Widerstandsbewegung und wurde erneut verhaftet. Um dem Konzentrationslager zu entgehen, meldete er sich zur "Bewährungseinheit" Strafdivision 999 und geriet 1943 in amerikanische Gefangenschaft.

Sozialkritischer Beobachter

Nach seiner Rückkehr nach Oberösterreich 1946 wurde er Redaktionsmitglied der kommunistischen Tageszeitung "Neue Zeit", die er 25 Jahre als Chefredakteur leitete. Er gehörte dem Zentralkomitee der KPÖ an und war Mitglied des Linzer Gemeinderats.

Die Grenzen zwischen dem Journalisten, dem Politiker und dem Schriftsteller Franz Kain sind fließend. Seine literarischen Themen bezog er aus der kritischen Wahrnehmung der sozialen Realität. Politische "Parteilichkeit" war für kommunistische Autoren Teil des literarischen Programms. Bei Kain führte aber die Parteinahme für Benachteiligte, Schwache und Verfolgte nie zu ideologischer Borniertheit. Die meisten Erzählungen von Franz Kain beziehen ihre Themen aus der Geschichte Oberösterreichs (u.a. "Die Lawine", "Der Weg zum Ödensee", "Das Ende der Ewigen Ruh"). Der Literaturwissenschaftler Klaus Amann würdigt Franz Kains literarisches Schaffen mit folgenden Worten: "Kain schreibt nur über das, was er kennt, was er erlebt, erfahren oder durch genaues Studium und Recherche sich angeeignet hat. Er schreibt, woran er innerlichen Anteil nimmt. Er ist auf der Seite der ‚kleinen Leute’ (…) und verleiht denen eine Stimme, die in keiner Chronik und keinem Geschichtsbuch Platz finden."

  • 13. 1., Lesung im Stifterhaus Linz: , Die Mitglieder der GAV OÖ – Kurt Mitterndorfer, Rudolf Habringer, Franz Fend, Judith Gruber-Rizy, Helmut Rizy – erinnern am 13. Jänner mit einem Lesereigen an ihren Kollegen Franz Kain und sein Werk, Beginn: 19.30 Uhr, Infos: www.stifterhaus.at

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Christian Schacherreiter

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