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Kultur

Der "Austronaut", der die Mysterien des Weltalls erklärt

Von Lukas Luger 15. Juni 2019 00:04 Uhr

Der "Austronaut", der die Mysterien des Weltalls erklärt
Helmut Jungwirth, Martin Puntigam, Florian Freistetter, Franz Viehböck (v. l. n. r.)

Heute Abend gastieren die Science Busters mit Stargast Franz Viehböck im Posthof Linz.

Am 2. Oktober 1991 startete der Wiener Franz Viehböck als erster und einziger Österreicher ins Weltall. Heute steht der 59-jährige "Austronaut" mit den Science Busters im Linzer Posthof auf der Bühne – und wird dabei die Mysterien der Raumfahrt entschlüsseln.

OÖN: Wie viel Überzeugungsarbeit war nötig, Sie zu einem Teilzeit-"Science Buster" zu machen?

Franz Viehböck: Der leider viel zu früh verstorbene Heinz Oberhummer, ein Gründungsmitglied der Science Busters, war ein sehr guter Freund von mir. Ich bin als Zuschauer dazugekommen und fand den Zugang, durch das Kabarett Technik, Wissenschaft und Physik einem breiten Publikum darzubringen, richtig gut. Als ich gefragt wurde, ob ich ab und zu mitmachen will, habe ich sofort Ja gesagt. Im Schnitt bin ich ein, zwei Mal pro Jahr auf der Bühne mit dabei.

Welche Rolle nehmen Sie ein?

Ich bin der Raumfahrer und gebe den seriösen Wissenschafter, weniger den Komiker. Das macht den Reiz für das Publikum aus. Dieses wird ernst genommen, auch wenn es viel zu lachen gibt. Wir machen ja kein Theater, ich weiß daher nie, was auf der Bühne genau passieren wird. Vieles ist Stegreif. Martin Puntigam macht das als Moderator fantastisch. Das ist wie in der Raumfahrt: Man hat zwar einen Plan, aber es kann alles passieren!

Der "Austronaut", der die Mysterien des Weltalls erklärt
Viehböck am 4. 10. 1991 in der MIR

Sie waren fast neun Jahre alt, als Neil Armstrong im Juli 1969 den Mond betrat. Wie haben Sie als Kind diese Momente erlebt?

Mein Vater hat einen Schwarz-Weiß-Fernseher organisiert, damit wir die Übertragung sehen können. Ob ich die ersten Schritte auf den Mond aber live erlebt habe, weiß ich nicht mehr. Das war ja irgendwann spät in der Nacht, vielleicht habe ich es auch erst am Morgen gesehen. Die Aufregung, diese Faszination habe ich aber nie vergessen.

1991 waren Sie der erste Österreicher im All. Wie haben diese acht Tage auf der russischen Raumstation MIR Ihre Perspektive auf die Welt verändert?

Vieles relativiert sich, die Tagesprobleme rücken in den Hintergrund. Als wir ins All flogen, tobte der Jugoslawien-Krieg. Meine Frau stammt aus Jugoslawien und hat mich gefragt, ob ich die Rauchschwaden über Dubrovnik sehen kann. Konnte ich nicht, aber wenn du auf die Erde runterblickst und keine von Menschen geschaffenen Grenzen siehst, fragst du dich: "Was stellen wir da nur an, dass wir uns gegenseitig umbringen?"

Sie sind in jenen Tagen außerdem noch Vater geworden …

Das war ein prägendes Ereignis, keine Frage. Aber nicht nur für mich, sondern für die ganze Mannschaft der MIR. Das erzeugte eine Euphorie, die zusammenschweißte. Kleinere Probleme bei der Arbeit wurden von dieser guten Stimmung regelrecht überwälzt.

Gibt es einen Hollywood-Film, der das "Erlebnis Weltall" halbwegs realistisch porträtiert?

"Apollo 13" mit Tom Hanks war sehr realitätsnah. Da stimmte vieles, das war extrem gut gemacht.

Heute im Posthof

Heute, Samstag, gastieren die Science Busters Helmut Jungwirth, Florian Freistetter und Martin Puntigam mit ihrem Programm „The Eagle Has Landed - 50 Jahre Mondlandung“ im Linzer Posthof. Als Stargast mit dabei: der österreichische Astronaut Franz Viehböck. Es gibt noch Karten an der Abendkassa. Ab 20 Uhr.

 

Artikel von

Lukas Luger

Redakteur Kultur

Lukas Luger
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