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Kultur

"Bei diesem Film ist die Premiere Pflicht"

Von Nora Bruckmüller   25. April 2019

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Bild 1/25 Bildergalerie: Staraufgebot bei Premiere von "Avengers: Endgame"

Wie "Avengers: Endgame" junge Kinofans um Mitternacht in Linz die Säle stürmen ließ.

Es war erst 23.30 Uhr. Also noch eine halbe Stunde, bevor der lang erwartete, heißersehnte Blockbuster "Avengers: Endgame" Dienstagmitternacht im Linzer Cineplexx starten sollte.

Für Matthias Weichselbaumer aber fühlte es sich wohl an wie fünf vor zwölf. Im OÖN-Gespräch checkte der 22-Jährige abwechselnd seine Uhr und den noch ungeöffneten Saaleinlass, als ob er so die Dinge beschleunigen könnte. "Ich will einfach keinen Spoiler haben. Ich habe mir 22 Filme angeschaut und will jetzt nicht irgendwo im Netz auch nur ein Bild aus dem Film sehen, das vielleicht irgendeinen Charakter zeigt, der getötet wird", erklärt er lachend.

Schlafentzug? Kein Problem

Der Rechberger, der sich zum Ausschlafen gestern extra freigenommen hat, ist lediglich ein Beweis dafür, was Kino kann: Menschen bewegen, faszinieren, beinahe süchtig danach machen, das Finale einer Erzählung zu erfahren.

Für alle, für die sich der Titel "Avengers: Endgame" wie eine nicht übersetzbare Chiffre anhört: Die Hollywood-Produktion aus dem mächtigen Film- und Verlagshaus Marvel soll die Lebenslinien einiger der populärsten Comic-Superhelden zusammenführen – in einem krachenden, finalen Abschlusskapitel. "Wir sind bei diesen Filmen dabei, seitdem Robert Downey Jr. 2008 das erste Mal Iron Man war. Für die Charaktere, die wir seit mehr als zehn Jahren begleiten und die wir von Herzen mögen, nehmen wir gerne Schlafentzug in Kauf. Diese Filme geben uns die Möglichkeit, in eine komplett andere Welt einzutauchen", sagt Jonas Bruckner, Schüler der HTL Leonding. Sein Begleiter Niklas Wenzl nickt zustimmend. "Wir haben in meiner Schule extra ausgemacht, dass wir am Tag nach der Premiere keine Tests haben." Ob er das den Eltern auch so erzählt habe? "Ja, es stimmt ja."

Servus TV war ebenfalls bei einer Kino-Premiere in Salzburg dabei:

 

Für "Endgame" schien dem Premierenpublikum, das sich kurz vor Mitternacht massenweise, aber friedlich geordnet in drei Säle schob, keine Mühe zu groß. Florian Fritzl, 21, aus Perg: "Ich fahre nach der Premiere halt gleich in meine Arbeit. Ist man einmal in das Marvel-Spiel eingestiegen, will man es auch richtig zu Ende bringen."

Wie dieses Ende war, wurde den Kinogehern um 3.10 Uhr Früh beantwortet. Davor mutmaßte die Haslacherin Tanja Preining noch: "Vielleicht endet es darin, dass alle sterben. Aber das wäre kein gutes Ende. Man will jubeln."

Die Kritik zum Blockbuster-Finale

Das Wesen des Helden ist es, einmal mehr aufzustehen, als gestürzt zu sein. Nachdem im Avengers-Film „Infinity War“ (2018) Schurke Thanos (Josh Brolin) die Hälfte des Universums, seiner Bewohner und der intergalaktischen Comic-Weltenretterbande Avengers vernichtet hat, zentriert sich der neue Marvel-Film „Endgame“ zunächst auf die Auferstehung des traumatisierten Rests. Iron Man (Robert Downey Jr.) streitet mit Captain America (Chris Evans), Donnergott Thor (Chris Hemsworth) säuft und setzt Speck an.

Doch der Enthusiasmus von Ant-Man (Paul Rudd), die kühle Stärke von Black Widow (Scarlett Johansson) und eine Prise wagemutig ausgelegter Quantenphysik entfachen die Mission, alles wiedergutzumachen. Ein hervorragend ausbalanciertes, temperiertes Abenteuer zwischen Tragik und Schmäh, Charakteren und visuellen Krachern, samt wunderbarer Sci-Fi-Hommage und einem furios choreografierten Finale im Finale.

„Endgame“: USA 2019, 181 Min., Anthony u. Joe Russo

OÖN-Bewertung: 5 von 6 Sterne

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