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Kultur

Aus den vielen Leben einer freischaffenden Künstlerin

Von Karin Schütze 16. November 2019 00:04 Uhr

Aus den vielen Leben einer freischaffenden Künstlerin
"Treibgut": vorne Mitte: Wiff LaGrange; Mitte (v. li.): Karin Schmid, Christian Scharrer, Andreas Weiss; hinten (v.li.): Birgit Schwamberger-Kunst, Julia Frisch

"Lange Nacht der Bühnen" in Linz: Schauspielerin Karin Schmid (42) ist heute eine von vielen kreativen Kräften der freien Szene.

Wenn heute bei der neunten "Langen Nacht der Bühnen" 586 kreative Kräfte 121 Mal zu Tanz-, Theater-, Wort- und Klangzauber laden, ist diese Vielfalt auch zahlreichen Kunstschaffenden aus der freien Szene zu verdanken. Eine von ihnen ist die Linzerin Karin Schmid. Mit der Impro-Theatergruppe Treibgut spielt die 42-Jährige heute im Theater Phönix (20.45 Uhr) und im Schauspielhaus (23 Uhr). Mit dem Theaterkollektiv "Iriden" zeigt sie "Tabu" über die NS-Sammelpflegerin Käthe Petersen im Cinematograph, 18.30 Uhr. Ein Stück aus ihrer Feder, uraufgeführt 2017 (Regie: Nora Dirisamer), das sie auch – in neuer englischer Fassung – im Mai beim britischen Festival Brighton Fringe zeigte.

"Kunst vereint"

Diesem erfolgreichen Gastspiel-Auftakt folgte im August das internationale Edinburgh Fringe Festival: "Es war ein langer Traum von mir, im Ausland zu spielen", blickt sie auf "dreieinhalb extrem intensive, aber sehr positive Wochen" zurück. "Man macht alles selbst. Schreibt das Stück, ist Schauspielerin, Produzentin, stellt das Geld auf, um hinzufahren. Dazu kommen Werbung, Marketing, das ,Flyern‘ vor Ort"; all das neben den fast täglichen Bühnenauftritten.

"Für mich war es wahnsinnig schön: Es sind 50, 60 Nationen vertreten. Alle kommen miteinander zurecht. Genau das kann Kunst: Sie vereint. Man sitzt im selben Boot, egal, woher man kommt." Bei aller Euphorie bleibe aber "ein großes finanzielles Risiko". Meist wird eine Garantie vor Ort eingefordert. "Geht der Kartenverkauf darüber hinaus, werden die Einnahmen geteilt." Was sie beeindruckt hat: "Trotz des Überangebots gibt es keine Konkurrenz."

Noch bis 9. Dezember spielt Schmid zudem in der Eigenproduktion des Theatervereins Stellwerk "86400 – von der einen Welt zur anderen" über ein Paar, das nach der Klimakatastrophe in einem Glashaus eingeschlossen ist – zu sehen in der Stadtgärtnerei Linz (5. – 9.12., je 19.30 Uhr; Karten dafür unter 0660 / 5767261 oder stellwerk@gmx.at). Und am 17. Dezember lädt "Treibgut" mit "Single Bells" ins Theater Phönix.

"Diese Vielseitigkeit ist ein Geschenk und eine Bereicherung", sagt Schmid über ihr Leben als "Freie", zu dem ein Büro-Nebenjob kommt, "für den ich sehr dankbar bin. Obwohl man so vielseitig aufgestellt ist, ist es wahnsinnig schwer, davon zu leben." Auch ein Studium hat sie in der Tasche: Zehn Jahre arbeitete die klinische Psychologin in der Suchtberatung. "Auch da gibt es den kreativen Teil, weil man sich auf jeden Einzelnen einstellen muss."

Lange Nacht der Bühnen

 

Das Schauspielhaus auf der Promenade ist die Drehscheibe, wo heute von 14 bis 22 Uhr auch die Einlassbänder à 12 Euro erhältlich sind. Sie gelten zudem ums Handgelenk getragen bis 24 Uhr als Linz-Linien-Ticket. Bänder gibt es auch an allen Spielorten ab einer Stunde vor Veranstaltungsbeginn. Bis 16 Jahre sowie mit dem Ausweis „Hunger auf Kunst und Kultur“ ist der Eintritt frei.

Um 14.30 Uhr ist der Auftakt für die Jüngsten; um 18.20 Uhr wird die „Lange Nacht der Bühnen“ offiziell im Schauspielhaus eröffnet.

Infos und Programmfolder: langenachtderbuehnen.at

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Karin Schütze

Redakteurin Kultur

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