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Kultur

Aufregung um 95 geimpfte Wiener Philharmoniker

19. April 2021 00:04 Uhr

Aufregung um 95 geimpfte Wiener Philharmoniker
Die Wiener Philharmoniker

Impfungen "mussten jetzt sein", weil sonst wegen eines Konzerts in Mailand ein Pönale angefallen wäre.

95 Mitglieder der Wiener Philharmoniker haben Anfang der vergangenen Woche die erste Dosis einer Corona-Impfung erhalten. Die Stadt Wien hatte eine Vorreihung der Musiker bestätigt, um den Klangkörper international spielfähig zu halten. Das Orchester nannte als Grund "unterschiedliche Spielverpflichtungen", für die vertraglich eine Impfung vorgesehen ist. Ansonsten würden Pönalzahlungen drohen. Insgesamt haben die Philharmoniker 148 Mitglieder.

"In Millionenhöhe"

Auf Anfrage der OÖNachrichten sagte Claudia Kapsamer, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Philharmoniker: "Das ist in Absprache mit der Stadt Wien so passiert. Die Impfungen mussten jetzt sein, weil wir am 12. Mai in Mailand ein großes Fernsehkonzert zum 80. Geburtstag von Riccardo Muti spielen müssen." Im Fall einer Absage wäre ein Pönale zu zahlen gewesen, laut Kapsamer "in Millionenhöhe". Die Impfungen hätten auch den Vorteil, dass im Falle einer Covid-Erkrankung nahe Kontaktpersonen im Orchester nicht mehr zur "K1"-Gruppe gehören und somit weiter Konzerte spielen könnten, sagt Claudia Kapsamer.

Als "Schlag ins Gesicht" aller anderen Künstler bezeichnete die IG Freie Theaterarbeit die Impf-Vorreihung der Philharmoniker. Die Stadt Wien zeige damit, "dass sie Menschen – und Kunst – in mehreren Klassen denkt und unterstützt", heißt es in einer Aussendung.

Die nun entstandene Diskussion um die Impfreihung sei ein Ergebnis der "nachrangigen Behandlung von Kunst und Kultur seit Ausbruch der Pandemie", hielt Gerhard Ruiss von der IG Autoren in einer Aussendung fest. Die Philharmoniker hätten allergrößte Bedeutung, "das haben aber auch viele andere in allen anderen Kunstsparten. Die Gründe, die zu Recht von den Philharmonikern in Anspruch genommen werden, gelten auch für alle anderen", sagte Ruiss.

Eigenartige Kommunikation

Von einer Durchimpfung ist man auch beim Bruckner Orchester weit entfernt. Nur wenige – die auch als Musikschullehrer tätig sind – seien bereits geimpft, sagt Norbert Trawöger, künstlerischer Direktor des Orchesters. Die Impfungen bei den Wiener Philharmonikern empfindet er als "eigenartigen kommunikativen Vorgang. Wir warten jedenfalls, bis wir dran sind".

Claudia Kapsamer von den Philharmonikern findet die Vorgangsweise nachvollziehbar: "Das Bruckner Orchester hat ja auch keine Fernsehkonzerte." (att)

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