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Zwischen Zärtlichkeit und Wut

Von Silvia Nagl, 10. August 2015, 00:04 Uhr
Bild 1 von 13
Bildergalerie Konstantin Wecker auf dem Linzer Domplatz
Bild: Volker Weihbold

Fulminantes Konzert mit Konstantin Wecker und Band auf dem Linzer Domplatz.

"Danke, dass Ihr mir drei Stunden zugehört habt, ohne ständig SMS am Handy zu schicken ...!", bedankte sich Konstantin Wecker bei seinem Publikum am Ende des Konzertes am Freitagabend auf dem Linzer Domplatz. Nun, die "Lieben Freunde", wie er sein Publikum anspricht, waren wirklich ein sehr konzentriert zuhörendes, dann aber umso frenetischer jubelndes Zuhörervolk – großteils der Generation 5o+. Gilt es doch bei dieser Tournee auf "40 Jahre Wahnsinn" zurückzublicken: 40 Jahre Wecker auf der Bühne. Sind genau genommen 42 Jahre seit Veröffentlichung seiner ersten LP "Die sadopoetischen Gesänge". Eifrige Wecker-Konzert-Besucher kennen solche Rückblicke ja sowieso schon: War’s beim 30-Jahr-Jubiläum? Oder 20 Jahre? Sei’s drum, die "lieben Freunde kommen immer wieder – und immer wieder gerne.

Schön, dass er diesmal gleich mit dem "Willy" beginnt – und "jetzt, nach 40 Jahren, sag’ ich’s Euch: Der Willy lebt!" Ja, auch das wissen viele schon, und es freut, in der Pause den "Willly", diesen 68er-Revoluzzer, in echt am CD-Stand antreffen zu können.

Die Band ist eine Wucht und manch frisches Arrangement alter Lieder ein Traum: "Cellistin Hildi Hadlich lässt grüßen, sie ist in Rente!" Wer sich aber noch an die live gespielten, gänsehauterzeugenden Klavier-/Cello-Passagen (beispielsweise "Vom Weinstock und den Reben") erinnert, erfreut sich besonders an den schmeichelnden, tief brummenden, elegischen Tönen von Cellistin Fany Kammerlander, die außerdem dem Wecker eine kongeniale Duett-Partnerin ist. Mit dabei auch der bewährte Multiinstrumentalist Jo Barnikel und – kurzfristig eingesprungen – der großartige Erik Manouz an Gitarre und Percussion.

Ja, und stimmlich ist Wecker an diesem Abend enorm gut drauf: kraftvoll, deutlich, mit tenoralem Schmelz. Seine Lieder sind poetische Ergüsse über Liebe, Wut, Empörung, Mut, das Nein-Sagen. Chronologisch geht er dabei vor, erzählt aus seinem Leben und über seine Lieder. Besonders einprägsam das in Kraftlackel-Manier vorgetragene "Einen braucht der Mensch zum Treten. Einen hat er, den er tritt", wobei er auch an die Zeit der friedensbewegten 80er und an den zu früh verstorbenen Georg Danzer erinnert. Oder das mit solcher Empathie gesungene "Fangt mi wirklich koaner auf", dass man ihn am liebsten tröstend in die Arme genommen hätte. Die Arrangements manchmal sensationell, als ob der Blues aus Bayern käme oder der Jazz dort immer schon zur Volksmusik gehörte.

Die Pause wird kurz gehalten, denn Wecker weiß, um 23 Uhr muss Schluss sein am stimmungsvollen Open-Air-Gelände. So kurz war selten vorher ein Wecker-Konzert ... Nach der Pause übt er sich im Zeitraffer, springt über die Jahrzehnte, denn es geht um die "Lieder, die ich Euch unbedingt noch singen will!" Das sind viele – Danke dafür!

Konzert: "40 Jahre Wahnsinn" mit Konstantin Wecker und Band; Linzer Domplatz, 7. 8.

OÖN Bewertung:

 

Info: Mit Sopranistin Angelika Kirchschlager und dem Projekt "Liedestoll" gastiert Wecker am 5. 11. im Linzer Brucknerhaus. Karten ab sofort: www.oeticket; Tel.: 01 / 96 0 96 sowie bei der OÖN-Ticket-Hotline Tel. 0732 / 78 05 805

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