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Kultur

"The Tourist": Spaß mit Depp und Jolie

Von Von Nadja Weigelt   16. Dezember 2010 00:04 Uhr

Golden Globes: Die Nominierten

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Mit „The Tourist“ legt der oscarprämierte deutsche Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck („Das Leben der Anderen“) seinen zweiten Film vor – ein Remake mit Angelina Jolie und Johnny Depp.

OÖN: Angelina Jolie hat zur Bedingung gemacht, dass Sie Regie führen. Wie war die Zusammenarbeit mit ihr?

Henckel von Donnersmarck (HvD): Wir waren vom ersten Treffen an auf einer Wellenlänge, das war ein sehr schöner, vertrauter Austausch. Sie ist ein sehr kreativer, einfallsreicher Mensch, und ich bin jetzt schon gespannt auf ihre eigene Regiearbeit. Sie ist einfach jemand, der immer für eine Überraschung gut ist.

OÖN: Jolie spielt erstmals mit Johnny Depp. Wie war die Chemie zwischen den beiden?

HvD: Bevor ich Johnny das Angebot wirklich unterbreiten konnte, wollte ich die beiden zusammen sehen. Und da war für mich vom ersten Augenblick an klar, dass es funktioniert. Es war irgendwie die richtige Form von Spannung in der Luft. Und ich glaube, man sieht das auch auf der Leinwand, wie sie sich gegenseitig die Bälle zugespielt haben. Es war ein großer Spaß am Set. Wenn ich alles Lachen zusammenschneiden würde, kämen mehrere Stunden zusammen, wo Angelina sich einfach über Johnnys Witze kaputtlacht und ich noch nicht mal „Cut!“ sagen kann, weil ich auch so am Lachen bin. Sie haben sich einfach sehr gut verstanden und gegenseitig beflügelt.

OÖN: Nach Ihrem Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ machen Sie jetzt einen reinen Unterhaltungsfilm. Verlockt das Geld in Hollywood dazu?

HvD: Es wäre ja furchtbar, wenn man jetzt verpflichtet wäre, immer etwas gesellschaftlich Gehaltvolles zu produzieren. Bei den Filmen, die mich in meiner Kindheit beeindruckt haben, ist mir ein Hitchcock-Film oder ein wirklich guter James Bond genauso viel wert wie ein Godard-Film oder ein politisches Werk von Costa Gavras. Das Schöne am Künstlersein ist ja gerade, dass man unterschiedliche Sachen machen und mit unterschiedlichen Farben malen kann. Man muss nicht immer bleischwer bleiben, nur weil man einmal damit einen Erfolg gehabt hat.

OÖN: Aber das „Leben der Anderen“ war ja gerade nicht bleischwer ...

HvD: Finden Sie zum Beispiel, dass „Schindlers Liste“ ein bedeutenderer Film ist als „Der Weiße Hai“? Vielleicht ist es künstlerisch sogar schwieriger, einen puren Unterhaltungsfilm zu machen, als einen, der auch schon durch seine Thematik beeindruckt. Für mich war das eine sehr schöne künstlerische Herausforderung.

OÖN: Es ist also nicht so, dass die Mechanismen in Hollywood einen in eine bestimmte künstlerische Richtung drängen?

HvD: Nein. Von den etwa hundertfünfzig Drehbüchern, die ich über die vergangenen eineinhalb Jahre gelesen habe, gingen vielleicht achtzig eher in Richtung anspruchsvolles, sozialkritisches oder historisches Kino. Es ist nicht schwerer, solche Stoffe auf die Beine zu stellen. Aber ich bin nicht nach Hollywood gegangen, um dort einen Film zu machen, den ich auch in Deutschland und vielleicht sogar besser in Deutschland machen könnte. Ich wollte die Art von Film machen, die mich in Hollywood immer am meisten fasziniert hat – die unglaublich charismatische Menschen in wunderschönen, glanzvollen Settings präsentiert.

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