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Kultur

So wie der Pramtaler "Gasparone" muss Operette sein

Von Michael Wruss   08. Juni 2015 00:04 Uhr

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Bild 1/65 Bildergalerie: Pramtaler Sommeroperette

Zell/Pram: Die Eröffnungspremiere des Pramtaler Operettensommers war ein dem Genre gerecht werdendes perfektes Spektakel.

"Oberösterreich hat zwar keine Salzburger Festspiele, dafür aber viele kleine, feine Festivals." Das wird von Landeshauptmann Josef Pühringer – so wie am Samstag bei der Eröffnung des Pramtaler Operettensommers – auch bei den nächsten Sommerfestival-Eröffnungen zu hören sein. Und er hat nicht unrecht. Nicht unbedingt die Größe zählt, sondern das Engagement, das dahintersteht, der Einsatz der Künstler und Veranstalter und nicht zuletzt vor allem das Ergebnis und wie dieses beim Publikum ankommt. Und damit kann die heurige Gasparone-Produktion auf Schloss Zell an der Pram punkten. Manuela Kloibmüller hat auf der kleinen, geschickt von Isabella Reder ausgestatteten Bühne ein perfektes Operettenspektakel inszeniert, das kurzweilig, mit treffenden Pointen und mit vielen heiteren Situationen überzeugt.

Sicherlich ist diese Regiearbeit kein Versuch, das Politische dieses Werks herauszukehren, die Gesellschaftskritik in den Vordergrund zu rücken, jedoch dahingehend plausibel genug, dass sich jeder selbst den Reim machen kann. Gasparone ist der Sündenbock, der – obwohl gar nicht existent – für alles herhalten muss, was in der Gesellschaft schief läuft. Da braucht man nicht um viele Ecken denken, wer die Gasparones der Geschichte und tragischer Weise auch der Gegenwart sind.

Wer ist schuld an den letztwöchigen Wahldebakeln der Großparteien – richtig, die Gasparones – welche Hautfarbe sie auch immer haben mögen. Dazu wird man in Zell an der Pram höchstens inspiriert, nicht aber mit dem Vorschlaghammer des Regietheaters und blutiger Nase darauf hingestoßen. Und das tut bei Operette einmal sehr gut – vor allem dann, wenn die Inszenierung so perfekt im Timing abläuft und keine Klischees zur Volksbelustigung missbraucht. Fein ist die Besetzung – allen voran Josef Forstner als Bürgermeister Nasoni, der ein Kabinettstückl österreichischer Komödiantik hinlegte. Begeisternd auch Eva Maria Kumpfmüller als Gräfin Santa Croce. Adam Sanchez überzeugte als Erminio und Martin Kiener war der Idealtyp für den lässig faulen Bürgermeistersohn Sindulfo. Gekonnt auch Christine Ornetsmüller als Sora und Adelheid Brandstetter als Hausdame Zenobia. "Hausherr" Intendant Harald Wurmsdobler begeisterte als Benozzo sowie Claus J. Farankl als Silvio, Michael Zallinger als Benito und Michael Kaltseis und Stefan Sommergruber als kuriose Carabinieri. Das Salonorchester sINNfonietta unter Gerald Karl trug zwar nicht immer lupenrein, aber doch sehr engagiert zum sehr positiven Gesamteindruck bei.

Gasparone: Aufführungen: 13., 14., 20., 21. und 26. 6. jeweils 19.30; Karten: 0664/5931807 bzw, 07764 6498

OÖN Bewertung:

 

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