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Kultur

„Sisi war die erste Popfigur“

Von Von Ludwig Heinrich   17. April 2009 00:04 Uhr

„Sisi war die erste Popfigur“
Franzl und Sisi 2009: David Rott und Cristiana Capotondi (ORF)

Am Originalschauplatz, der Wiener Hofburg (Tagesmiete nicht unter 10.000 Euro), begann Xaver Schwarzenberger diese Woche mit dem Dreh zum internationalen Projekt „Sisi“. Insgesamt vier Wochen sollen die imperialen Räumlichkeiten genützt werden. Die Ausstrahlung des Zweiteilers ist noch für 2009 geplant.

Bevor die erste Klappe fällt, atmet der Regisseur durch: „Ein Augenblick, auf den ich schon sehnsüchtig gewartet habe. Da kann ich alles abschütteln, was in letzter Zeit so passiert ist: Komplikationen, Beflegelungen, Verleumdungen. Ich fühle mich auf einmal unglaublich frei.“

Erst sollte das Ganze, wie einst Ernst Marischkas drei Filme, „Sissi“ heißen. Jetzt bleibt es bei einem „s“ in der Mitte. Nicht im Rahmen des ORF-Sparprogramms, sondern „weil es erstens authentisch ist, und weil wir zweitens damit von Marischka wegrücken. Was er drehte, waren Heimatfilme der damaligen Zeit. Wir konzentrieren uns aber auf andere Themen, etwa Liberalität und Emanzipation, um die Figur bewusster zu erzählen. Für mich war Sisi die erste Popfigur, lange vor Prinzessin Diana. Mindestens ebenso spannend, verwirrend und teils auch verwirrt.“

Wie er den Zweiteiler selbst einordnen würde? „Natürlich“, so Schwarzenberger, „ist es, keine Frage, eine große Liebesgeschichte. Eine, in der es auch zahlreiche Krisen gab. Vielleicht kann man sagen: Es ist ein romantisches Drama. Jedenfalls soll es ein intelligenter Film werden.“

Eine zentrale Rolle spielt auch die Auflehnung: „Speziell jene gegen die Schwiegermutter, bei der sie manchmal gewonnen, manchmal verloren hat. Und die Handlung schließt bei uns mit Sisis größtem politischen Erfolg, nämlich mit der Krönung zur Königin von Ungarn im Jahr 1867.“

Gegen den Schatten von Romy Schneider will Xaver Schwarzenberger gar nicht erst ankämpfen: „Das wäre eine mühsame Angelegenheit, und deshalb finde ich es besonders gut, dass wir keine deutschsprachige Schauspielerin als Sisi engagiert haben. Da auch die RAI mitproduziert, war eine Auflage, dass sie von einer Italienerin gespielt werden sollte. Bei der Suche sind wir, nachdem wir zirka 15 Damen getestet hatten, auf Cristiana Capotondi gestoßen. Sie war absolut die Beste, und sie ist Romy nicht unbedingt ähnlich.“

Anders als Romy

Die 28-jährige Römerin hat sich mit mehreren Biographien in die Figur eingelesen, findet erstaunliche Parallelen: „In meiner Familie war ich die Sisi, im Gegensatz zu meiner sehr femininen Schwester war ich immer der freche ‚Bub’ mit enger Bindung zum Vater. Und wie Sisi habe ich sehnsüchtig auf den Prinzen gewartet, der auch meinen, sagen wir heutig: Sex-Appeal, entdeckt.“

Keine Sorge: Der Herr hat sich inzwischen gefunden.

Besonders interessant war bei den Vorstudien für Cristiana Capotondi das Verhältnis von Sisi zu Franz Joseph: „Nicht einfach zu orten, und ich fand es gut, durch die diversen Biographien auch differenzierte Eindrücke bekommen zu haben. Ganz sicher liebte sie ihren Mann, gleichzeitig wollte sie frei sein. Ihr Leben war oft wie zwei Paar ganz verschiedene Schuhe. Ja, ich habe die Filme mit Romy gesehen und geliebt. Dennoch: Mich hat Sisi mehr beeindruckt als Romy, und ich hoffe, das Publikum wird meine Sisi lieben.“

Da der Zweiteiler mit der Krönung zur Königin von Ungarn endet, wäre ja auch noch eine Fortsetzung möglich.

Dazu Xaver Schwarzenberger: „Teil drei? Ich schlage vor: Dreh’ ma erst einmal eins und zwei.“

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