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Kultur

„Shitstorms“ in anonymen Postings müssen Ende haben

Von nachrichten.at   14. Mai 2014

Anonymität beim Posten

WIEN. Für Falstaff-Herausgeber Wolfgang Rosam ist "das Maß voll". Er startet die Initiative "Die Meinungsmutigen", die "unerträglich gewordenen Beleidigungen, Untergriffe und persönlichen Angriffen in den anonymen Postings in allen Medien" ein Ende setzen will.

„Mir ist voll bewusst, wie wichtig das Posting-Tool in einer modernen Social-Media-Gesellschaft ist und in Zukunft auch sein muss“, sagt Rosam. „Aber: Was hier in den letzten Wochen und Monaten an Shitstorms über einzelne Personen, aber auch Unternehmen und Organisationen, über uns alle hereingebrochen ist, ist so nicht mehr hinnehmbar." Nicht nur Rosam, auch viele Herausgeber, Unternehmer und Organisationen stört die Anonymität, unter deren Deckmantel man völlig ungeniert und ungebremst Beleidigungen, Unterstellungen und persönliche Angriffe platzieren kann.

"Ich habe das Gefühl, dass sich hier einige Wenige unter dem Schutz der Anonymität ihren gesamten Frust abladen und persönliche Lebensenttäuschungen durch unqualifizierte Angriffe zu kompensieren versuchen und damit das Medium extrem missbrauchen und eine sinnvolle Diskussion im Web zunichtemachen“, behauptet Rosam.

Postings und die freie Meinungsäußerung im Web hält der Falstaff-Herausgeber nach wie vor für demokratiepolitisch wichtig und richtig, "aber nicht in dieser Form!"

Mit einem Leitartikel von Profil-Herausgeber Christian Rainer am Montag "Shitstorm stinkt" wurde die Diskussion, die es ja schon seit langem gibt, neu eröffnet. Wolfgang Rosam schließt sich dem inhaltlich an und ruft mit heutigem Tag (!) die Initiative "Die Meinungsmutigen" ins Leben. „Die freie Meinungsäußerung ist ein demokratiepolitisches Must. Aber wir brauchen auch Zivilcourage. Menschen, die bereit sind, ihre Meinung nicht nur zu äußern, sondern zu dieser auch zu stehen. Und dazu muss man den Mut haben, sich zu deklarieren. Mir ist vollkommen bewusst, dass, wenn es zu einer Deklarationspflicht im Web kommt, sich viele von der derzeitigen Poster-Community verabschieden würden. Aber, was ist eine Meinung wert, zu der man nicht den Mut hat zu stehen? Zumindest der Redaktion sollten die tatsächlichen Web-Diskussionsteilnehmer in ihrer wirklichen Identität bekannt sein. Da wäre
auch schon Vieles zum Positiven verändert.“

Die Diskussion und der Meinungsbildungsprozess zu diesem brisanten gesellschaftspolitischen Thema in Österreich sind hiermit neu eröffnet.

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