Salzburger Festspiele: Historiker Philipp Blom hält Eröffnungsrede

10.April 2018

Philipp Blom
Foto: Wakolbinger

"Wenn das Wort 'Aufklärung' einen Sinn hat, dann ist es der, riskant zu denken. Welche Risiken sind wir bereit einzugehen?", sagt Blom in einer Aussendung. Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler würdigte den Historiker in einer Aussendung als "schonungslosen Analytiker der europäischen Geschichte, der sich auch kritisch mit der gesellschaftlichen Gegenwart und der Zukunft unserer liberalen Demokratie auseinandersetzt". 

Intendant Markus Hinterhäuser bezeichnete Blom als "einen der herausragenden Intellektuellen unserer Zeit, einen unbestechlichen, den Ideen der Aufklärung und des Humanismus verpflichteten Denker": "Denken ist reden mit sich selbst, sagt Immanuel Kant: Wie schön, dass Philipp Blom zu uns redet!"

Auch der Nominierte zeigte sich erfreut über seine Ernennung. "Die Autoren der Aufklärung waren überzeugt, dass Ideen und Kunst einander ergänzen, und so ist es ganz in ihrem Sinne und für mich eine wunderbare Herausforderung, dem Wunsch der Festspiele nachzukommen und einige Ideen zur Aufklärung in all ihrer Aktualität und Ambivalenz zur Diskussion zu stellen", so der gebürtige Hamburger.

Geboren wurde Blom 1970 in der Hansestadt und studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Seit 2006 lebt der Autor und Denker in der österreichischen Hauptstadt und moderiert neben seiner publizistischen und journalistischen Tätigkeit etwa auch auf Ö1 die Diskussionssendung "Punkt eins". Mit Werken wie "Das vernünftige Ungeheuer" (2005) oder zuletzt "Was auf dem Spiel steht" (2017) beleuchtet Blom den Zug der Zeit aus der Sicht des kritischen Intellektuellen.