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Kultur

Platten-Kunst, die ins Auge sticht

Von Von Nora Bruckmüller   19. Oktober 2018 00:04 Uhr

Platten-Kunst, die ins Auge sticht
Thomas Gasperlmair weiß gar nicht, ob seine Tuschearbeiten "wirklich Kunst" sind. "Für mich sind sie einfach Ausdruck", sagt der 31-Jährige.

Der Marchtrenker Thomas Gasperlmair zeigt beim Vinyl & Music Fest (20./21. 10.) in Linz meisterhaft von Hand gefertigte Cover und Poster.

5Uhr früh: Thomas Gasperlmairs Wecker läutet. 5.10 Uhr: Der 31-Jährige sitzt mit einem Kaffee an seinem Lichttisch in seinem Haus in Marchtrenk und zeichnet. Von Hand, mit Tusche auf Papier. Um 7.30 Uhr geht es zum 40-Stunden-Job als Grafiker nach Linz. Wenn er danach heimkommt, zeichnet er weiter.

Gasperlmair zählt zu den besten Illustratoren Österreichs und hat sich als Gestalter von Konzertplakaten, Platten- und CD-Covers einen Namen gemacht. Beim Vinyl & Music Festival in Linz stellt er seine Werke und als Kurator die Arbeiten von Kollegen aus (mehr unten).

"Ich mache das rein nebenberuflich. Und es ist inzwischen schon sehr, sehr aufwendig. Diesen März war ich bis Mai 2019 schon ausgebucht, und das, ohne dass ich aktiv nach Aufträgen gesucht hätte", sagt Gasperlmair, der nie ohne Notizblock unterwegs ist. "Die Band, für die ich arbeite, muss auch zu mir passen. Ich sage nicht zu jedem Ja." Das macht den gebürtigen Holzhausener, der für den legendären Konzertort "Arena Wien" genauso zeichnet wie für die Austropop-Band "Lichtwärts" oder die Eferdinger Rocker "Hertha", keineswegs abgehoben, sondern zum Profi.

Platten-Kunst, die ins Auge sticht

Als Künstler, der selbst als Metal-Sänger auf Europatourneen war, will er das Beste für Menschen, die viel Herzblut und unbezahlte Zeit in ihre Sache stecken. Es muss passen.

Dafür engagiert sich Gasperlmair stark. Er sucht den intensiven Austausch mit den Musikern, hört sich Demo-Tracks an, recherchiert viel und macht sich noch mehr Gedanken. Bevor er einen Strich zieht, schreibt er oft lange Konzepte. Was der Illustrator nie tun würde, wäre, auf ein Tablet Pinsel-Software zu installieren oder gefällige Muster digital in seine Arbeit zu übertragen. "Ich will, dass es echt bleibt. Ich lasse Fehler auch bewusst stehen, das macht die Zeichnungen einzigartig."

Diese werden in Wien per Siebdruck vervielfältigt, nur minimal digital "bereinigt". Ein Druck kostet bis zu 30 Euro.

Platten-Kunst, die ins Auge sticht

Angestiftet vom Cousin

Um Geld ist es Gasperlmair nie wirklich gegangen. "Ich habe als Kind auch nie darüber nachgedacht, ob das, was ich mache, gut oder schlecht ist. Ich habe es für mich gemacht." Seine Schulbücher sind bis heute vollgekritzelte Zeugen.

Angefangen habe alles mit einer Zeichnung von einem seiner zwei Cousins, die wie Brüder für ihn sind. "Er hat mir eine Saloon-Szene gezeichnet, die habe ich kopiert, kopiert, kopiert, bestimmt hundert Mal", sagt der Sohn eines gelernten Tischlers und einer Krankenschwester und Absolvent von Kolleg und Meisterklasse in der HTL Goethestraße Linz. "Ich komme aus einer Hackler-Familie, die eigentlich keinen Bezug zu dem hat, was ich jetzt mache." Stolz ist sie natürlich. Zu Recht.

Platten-Kunst, die ins Auge sticht
Thomas Gasperlmair

Thomas Gasperlmair

Das Vinyl & Music Festival vereint Platten- & CD-Börse, einen Indie-Label-Markt, Workshops, Live-Auftritte...
20./21. 10., Tabakfabrik Linz, jeweils ab 10 Uhr www.vinyl-music.at

Postershow: Thomas Gasperlmair hat dafür eine Schau mit Werken von Kollegen aus zehn Ländern, die für Bands wie Blink 182 oder feine Underground-Gruppen gearbeitet haben, kuratiert. www.aplacefortom.com

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