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Motown ankerte in der Donaustadt

Von Von Bernhard Lichtenberger   11.Januar 2011

Motown ankerte in der Donaustadt
Leroy Emmanuel aus Detroit mit der Hausband „Die Bootschafter“

Leroy Emmanuel & Die Bootschafter: Neujahrskonzert auf der Li+Do, Linz (9. Jänner)

OÖN Bewertung:

„Ich war 13, als ich Marvin das erste Mal getroffen habe, und zu jung für das sexuelle Zeug, das er spielte“, erzählt Leroy Emmanuel. Marvin war Marvin Gaye, der Motown-Gigant der 60er und 70er Jahre.

In der Soul-Funk-Pop-Schmiede Detroit kreuzten sich ihre Leben. Gaye wurde 1984 von seinem Vater im Streit erschossen. Mit Emmanuel legte Motown am Sonntag an Bord des Kulturschiffes „li+do“ am Urfahraner Ufer in der Donaustadt an. Begleitet von der Hausband „Die Bootschafter“ um Frank Folgmann, wärmt sich der US-Amerikaner mit „Stormy Monday“ von T-Bone Walker auf, suhlt sich in der Melancholie des Blues, den er im Handumdrehen mit energischer Kraft füllt.

Mit einer unglaublich flinken Linken fliegt er über das Griffbrett seiner grünen Gibson-Gitarre. Der stramme Daumen der Rechten befindet darüber, ob es lässig oder treibend tönt.

Dann holt er den großen Marvin aus der Vergangenheit, mit „I Heard It Through The Grapevine“ (das Motown erst nicht veröffentlichen wollte), mit „Let’s Get It On“ (das als „Liebeslied“ begann), mit „What’s Going On“.

Wie ein Staffelholz geht das improvisierende Solieren reihum, bis Leroy Emmanuel die Führung wieder an sich reißt, mit Duellen berauscht, die seine Stimme mit der eigenen Gitarre ausficht, den Blues mit Funk befeuert und der „li+do“-Kapitänin mit einem spontanen Herzens-Rap die Wangen rötet.

In einer spaßigen Jam-Session klingt der dreistündige Motown-Exkurs aus, der das Kulturschiff noch fester als Notwendigkeit verankert.

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21. September 2019