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Kultur

Gröni, wir ham’ dich lieb, so lieb

Von Helmut Atteneder   16. Juni 2015 15:33 Uhr

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Bild 1/32 Bildergalerie: Herbert Grönemeyer auf Burg Clam

KLAM. Bevor er am Dienstag in der Wiener Stadthalle aufspielt, hat Herbert Grönemeyer am Montag mit seiner "Dauernd jetzt"-Tour in der Burgarena Clam in Oberösterreich Station gemacht.

„Taaa!“ „Dau!“ „Uahhh!“ Herbert Grönemeyer, der Eruptive, der Leidenschaftliche, der geborene Bühnenmensch. Sein Lebenselixier ist die Rampe, seine Nahrung das Publikum und sein Geschenk an die Fanschar sind seine Lieder. So war’s dann auch am Montagabend auf der Meierhofwiese unterhalb der Burg Clam, und gut 8500 Zuseher wurden Zeugen der verbalen Ausbrüche des Bochumers, zu dem wir irgendwie alle (mindestens) eine Lebensgeschichte erzählen können.
Herbert Grönemeyer auf der Bühne ist ein lieber, hyperaktiver Schmusebär, seine Freude an dem, was er tut, schwappt über. In diesem Flow verliert er sich, begrüßt zwar „Clam“, muntert dann aber immer wieder „Linz“ zum mitsingen auf. Aber egal, denn seine Fans machen ohnehin alles mit. Da ein falscher Ton, hier eine belcantöse Dröhnung, dort eine unverständliche Textpassage. Kein Problem, wir ham’ den Gröni lieb, so lieb und kennen seine Lieder sowieso alle auswendig.

Die Mauer und der Weg

Nur bei „Der Weg“ lassen sie ihren Star allein mit seinem Piano, das auf einem Bühnensteg direkt im Publikum steht. Da machen sie ihm die Mauer, denn dieses Lied, veröffentlicht im Jahr 2002, ist die Dank- und Lossagung an seine 1998 verstorbene Frau Anna. Die Wehmut schwingt nach dem letzten Tastenschlag noch mit, ebenso die Zuversicht, dass Grönemeyer längst wieder gelernt hat, zu leben.
Seine „Dauernd-Jetzt“-Tour ist natürlich wieder ein Sammelsurium an Grönemeyer-Hits geworden, denn vor allem seine altbekannten Lieder will die Masse hören. „Flugzeuge im Bauch“ bringt er als intime Clubnummer mit Kontrabass-Begleitung, „Männer“, „Alkohol“ oder „Kinder an die Macht“ treiben seine Fans an, auch wenn die Männer von damals heute schon geläutert sind, der Alkoholkonsum zur Routine geworden ist und die Kinder von damals längst erwachsen. Grönemeyer verwöhnt sein Publikum, er lässt es mitsingen, er fordert es vehement zum Mittanzen auf und zum Dank gibt es „La Ola“, die Welle.

Seinen Song „Uniform“ sagt er mahnend an. Er meint damit die Gefahren der digitalen Diktatur, die uns alle krakenhaft fest im Griff hat. „Na, heute schon gepostet, wo ihr seid? Lasst euch nicht digitalisieren!“ Die Menge bejubelt Grönis Worte und macht dabei Fotos und Filmchen – um sie später online zu stellen. Grönemeyer, der Spiegelhalter. Für die Zugaben streift er bei seinem zweiten Clam-Konzert nach 1996 ein „Clam Live – Twenty Five“ Jubiläums-T-Shirt über. Eine feine Geste. Als das relativ kurze Konzert vorbei ist, fühlen sich alle ein wenig besser. Am meisten wohl Herbert Grönemeyer selbst.

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