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Kultur

Ganz ohne Louis de Funès geht dieser „Oscar“ nicht

Von Bernhard Lichtenberger   27. Oktober 2012 00:04 Uhr

Ganz ohne Louis de Funès geht dieser „Oscar“ nicht
Im Bühnenbild von Dominique Hölzl geht es zwischen Wolfgang Ortner (re.) und Alexander Knaipp drunter und drüber.

Beschleunigende Bühnen-Farce im Linzer Kellertheater.

Verlinkung hieße es in der Sprache der Computergeneration: Die Wahrnehmung klickt auf Claude Magniers turbulente Bühnen-Farce „Oscar, ein Missverständnis in drei Akten“, und flugs öffnet sich ein Fenster, in dem der fahrige Grimassenschneider Louis de Funès auftaucht. In der 1967er-Verfilmung hat der französische Erzkomödiant die Figur des Seifenfabrikanten Pierre Barnier unauslöschlich gezeichnet.

Im Linzer Kellertheater scheut sich Prinzipal Wolfgang Ortner im hereinbrechenden Verwechslungs-Chaos nicht, seinen Barnier mit gestischen Zitaten aus dem De-Funès-Schatz zu verzieren. Trotzdem gelingt es ihm, sich vom Vorbild, das man sich nicht ausgesucht hat, freizuspielen. Im temposteigernden Sog, den Regisseur Daniel Pascal entfacht, reißt es den von Finanzdingen und Heiratssachen überforderten Seifensieder hin und her zwischen infarktnaher Erregung und durchtriebener Berechnung. Unwiderstehlich wirkt sein landeshauptmännliches Wippen, kurz bevor sein emotionaler Kelomat zu pfeifen beginnt.

In Alexander Knaipp, der dem amourös getroffenen Albert Leroi eine atemlos beredte Schlitzohrigkeit umhängt, findet er einen überzeugenden Widerpart, mit dem sich ein rasantes Dialog-Pingpong ohne verschleppende Netzroller entwickelt.

Tina Winkler überzieht als infantil plärrende Tochter, die aus der Familie geheiratet werden will. Der kessen, vampgetünchten Fabrikantengattin von Claudia Grevsmühl stünden leisere Zwischentöne gut. Alexander Doneschs einsilbriger Masseur, dessen Bildung sich auf jene des Körpers beschränkt, bereitet glucksendes Vergnügen. Margit Holzhaider dient sich als Stubenmädchen mit emanzipatorischem Ausbruch an. David Czifer als schlichter Oscar, Isabel Meili als verliebte Namensschwindlerin und Maria Schwarz als ihre verhaltene Mama runden das harmonierende Ensemble ab. Unterhaltung garantiert!

„Oscar“: Kellertheater Linz (Premiere 25. Oktober), www.linzerkellertheater.at

OÖN Bewertung: vier von sechs Sternen

Oscar

Claude Magniers „Oscar, ein Missverständnis in drei Akten“ wurde 1958 in Paris uraufgeführt. 1967 brillierte Louis de Funès in der Verfilmung. 1991 versuchte sich Sylvester Stallone in „Oscar – Vom Regen in die Traufe“.

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