Die große Liebe funktioniert auch nach Noten

04.Mai 2016

Die große Liebe funktioniert auch nach Noten
Manuela Dumfart und Maximilian Kiener

Der Zauber eines Abends entfaltet sich selten durch die Perfektion des Gesangs, sondern berührende Ereignisse verursacht die unaufgesetzte Herzlichkeit, mit der Stimme und Publikum geführt werden. Manuela Dumfart ist so eine Verführerin, wenn sie ihren Sopran – die Liebe beschwörend – durch die Luft wirbelt. Am Montag im Brucknerhaus gelang der Lichtenbergerin zusammen mit dem deutschen Tenor Maximilian Kiener und der russischen Pianistin Almira Kreimel ein Abend, der sein Motto "Die Liebe ist eine Himmelsmacht" spürbar werden ließ. Das Trio hatte mit barrierefreien Hits der Operetten- und Opern-Literatur geladen. "Mit Liedern", wie es Moderator und Mozarteum-Professor Josef Wallnig sagte, "bei denen man kurz glaubt, es wird nichts mit der Liebe, aber es wird immer was."

Vom Duett "Wer uns getraut" aus Johann Strauß’ "Zigeunerbaron" zum Aufwärmen über Lehárs "Giuditta Paganini", "Das Land des Lächelns" und Dvoraks "Rusalka" bis zum grandiosen Duo "Weißt du es noch" aus Kálmáns "Csárdásfürstin" – Dumfart hätte textdeutlicher sein können und Kieners Kraft schwand in den Tiefen, aber das Publikum verstand das vertonte Busseln und Liebeswerben auch so. Als zum "Brindisi"-Finale aus Verdis "Traviata" mitgeklatscht wurde, war Schluss mit der Zurückhaltung. Das Trio wurde mit Standing Ovations gefeiert. Ein rührendes Heimspiel für Dumfart. (pg)

Konzert: "Die Liebe ist eine Himmelsmacht", Manuela Dumfart (Sopran), Maximilian Kiener (Tenor), Almira Kreimel (Klavier), Brucknerhaus Linz, 2. Mai.