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Kultur

"Die Youki hat uns früh gelehrt, dass Toleranz nie Gleichgültigkeit bedeutet"

Von Nora Bruckmüller   19. November 2018 00:04 Uhr

Das Welser Jugend-Medien-Fest wird 20 Jahre alt und hat viele Karrieren mitbegründet

Knapp 80.000 Besucher haben beim internationalen Jugend-Medien-Festival Youki, das ab 20. November 20-Jahr-Jubiläum feiert, Filme junger Gestalter gesehen, über Medien diskutiert, darüber gelernt wie bei Konzerten gefeiert.

Doch das vom Pädagogen Hans Schoiswohl (1954–2009) initiierte Festival war auch stets ein Arbeitsplatz auf Zeit, an dem viele Oberösterreicher erste Erfahrungen sammelten, die heute erfolgreich Kulturlandschaften mitgestalten.

"Man wurde bei der Youki bereits als junger Mensch ernst genommen", sagt Peter Schernhuber, der mit Sebastian Höglinger fünf Jahre lang die Youki leitete. Seit 2016 verantwortet das Duo mit der "Diagonale" das wichtigste Festival für das heimische Kino. Für Schernhuber (30) hatte die Youki immer "mit Mündigkeit, dem Ausloten von Grenzen zu tun – aber mit gewisser Leichtigkeit trotz inhaltlicher Strenge". "Es war nie das reine Pädagogik- oder Schülerfest. Man konnte lernen, man musste aber nicht", sagt Höglinger (34). Auch Anna Spanlang (29), die acht Jahre lang mit angepackt hat, hat die Youki nie belehrend empfunden. Viele Geschichten und ihre Erzähler, denen sie als Wettbewerbschefin begegnet sei, würden sie bis heute beschäftigen.

"Die Youki hat uns früh gelehrt, dass Toleranz nie Gleichgültigkeit bedeutet"
S. Höglinger (l.), P. Schernhuber sehr jung bei der Youki
"Die Youki hat uns früh gelehrt, dass Toleranz nie Gleichgültigkeit bedeutet"
S. Höglinger (re.), P. Schernhuber als Diagonale- Chefs

S. Höglinger (l.), P. Schernhuber sehr jung bei der Youki und als Diagonale-Chefs (r.)

 

"Die Youki hat uns früh gelehrt, dass Toleranz nie Gleichgültigkeit bedeutet"
Kabarettist „Blonder Engel“ reichte 2003 „Jesus vs. Terminator“ ein
"Die Youki hat uns früh gelehrt, dass Toleranz nie Gleichgültigkeit bedeutet"
Als „Blonder Engel“ bestens bekannt

Kabarettist „Blonder Engel“ reichte 2003 „Jesus vs. Terminator“ ein (l.), der Film ist Teil des heurigen Fests.

 

"Die Youki hat uns früh gelehrt, dass Toleranz nie Gleichgültigkeit bedeutet"
Leni Gruber drehte 2014 die Festivaldoku
"Die Youki hat uns früh gelehrt, dass Toleranz nie Gleichgültigkeit bedeutet"
Leni Gruber 2018 als Crossing-Europe-Gewinnerin

Leni Gruber drehte 2014 die Festivaldoku (l.), 2018 als Crossing-Europe-Gewinnerin (r.)

 

"Das Privileg, in einer Demokratie friedlich in Europa aufzuwachsen, ist keine Selbstverständlichkeit", sagt die breit aufgestellte Kulturarbeiterin aus Grieskirchen. Schernhuber: "Das Festival hat uns früh gelehrt, dass Toleranz nie Gleichgültigkeit bedeutet, sondern zu akzeptieren, mit seiner Meinung auch falsch zu liegen und Selbstzweifel zu üben." Die Sinne der Youki-Gestalter wurden aber nicht nur für soziale Belange geschärft, sondern auch für künstlerisch-ästhetische.

"Was in Wels zu sehen war, hat mich als Avantgardefilmer immer darin bestärkt, audiovisuell gegen Gewöhnliches anzugehen", sagt Siegfried A. Fruhauf, früher Programmchef, heute international erfolgreicher Regisseur. Es sei auch großartig gewesen, zu sehen, sagt der Grieskirchner (42), dass Jugendliche keinesfalls nur auf Verlockungen der Unterhaltungsindustrie hereinfallen. "Im Gegenteil: Sie wollen Neuland. Dass das Festival hier eine Plattform bietet, die es im Kontext der Schule noch zu wenig gibt, ist essentiell." So wie der Umstand, dass die Youki sonst fremde Welten verbindet. So diskutierten Welser Lehrlinge mit norwegischen Regisseurinnen energisch über Gender Studies. Schernhubers Mutter kredenzte Grammeln als "Fingerfood" bei einer Eröffnung. Für das Diagonale-Duo "nicht unumstritten, mitunter grenzwertig – wie vieles bei der Youki. Immer etwas wahnsinnig".

 

Infos zur YOUKI 2018

 

Das Festival findet von 20. bis 24. 11. im Medien Kultur Haus und Schl8hof Wels statt.
Gezeigt werden 96 Kurzfilme von Filmnachwuchs aus 35 Ländern. Für den 20. 11. haben die früheren Youki-Macher Fruhauf, Spanlang und Rudi Agner eine Schiene kuratiert, Schernhuber und Höglinger zeigen am 23. 11. eine „Super Selection“. Alle Infos: youki.at

 

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