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Kultur

Der ORF bleibt bis 2024 olympisch

Von Helmut Atteneder   23. Januar 2018 00:04 Uhr

Der ORF bleibt bis 2024 olympisch
In Pyoengchang liegt Olympia schon in der Luft: Die Spiele dauern vom 9. bis 25. Februar.

Einigung bei Lizenzen mit Discovery-Gruppe für Peking (2022) und Paris (2024) Aus Pyeongchang überträgt der ORF 620 Stunden live, Kosten: Sechs Millionen Euro

Olympia lässt man sich beim ORF was kosten. Gestern wurde bekannt, dass sich der öffentlich-rechtliche Sender nach langen und zähen Verhandlungen mit der US-amerikanischen Discovery-Gruppe die Übertragungsrechte für die Olympischen Spiele in Peking 2022 (Winter) und 2024 Paris (Sommer) gesichert hat. Über Summen spricht man nicht gern: "Das ist vertraulich, aber es war natürlich ein erheblicher Betrag", sagte Generaldirektor Alexander Wrabetz gestern auf Anfrage der OÖNachrichten.

Auskunftsfreudiger ist man da bei den bevorstehenden Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang (sprich Pjöngtschang und nicht zu verwechseln mit dem 300 Kilometer entfernten Pjöngjang, der Hauptstadt Nordkoreas. Sechs Millionen Euro kostet der mediale Olympiarekord – der ORF übertragt 620 Stunden, die Olympiamannschaft vom Küniglberg ist 110 Mann/Frau stark.

"Nacht-Abfahrt" um 2.55 Uhr

Herzstück ist das Olympiastudio, das wieder im Olympia-Haus des ÖOC in Pyeongchang steht. In der 45.000-Einwohner-Stadt ist ansonsten wenig olympisch. Kein einziger Bewerb wird in der Stadt, die wörtlich übersetzt "Friede und Gedeihen" heißt, ausgetragen. Für alle Fälle wird man vor dem Haus eine Schneekanone aufstellen, um Winter(spiele)gefühle nach Österreich transportieren zu können. Für den geneigten Olympia-Fernseher sind diese Spiele eine Herausforderung für lieb gewonnene Schlafgewohnheiten.

Durch die Zeitverschiebung von acht Stunden werden Highlights wie die olympischen Abfahrtsbewerbe zur Nachtschicht: 2.55 Uhr ist hier jeweils die Startzeit. Lästig bis unzumutbar für viele, auch für den ORF nicht gerade quotenfreundlich.

"Wir rechnen mit etwa 500.000 Zusehern. Aber es ist, wie es ist", sagt ORF-Sportchef Hans Peter Trost. Zum Vergleich: Die Herrenabfahrt von Kitzbühel sahen am vergangenen Samstag 1,34 Millionen Menschen. Andere, interessante und für das 105 Athleten umfassende österreichische Olympiateam medaillenverdächtige Bewerbe haben halbwegs verträgliche Beginnzeiten. Der 15 Kilometer-Langlauf der Damen mit Teresa Stadlober (15. Februar, 7.25 Uhr), das Skispringen auf der Großschanze (17. Februar, 13.25 Uhr) oder der zweite Durchgang des Herrenslaloms (21. Februar, 5.40 Uhr) eignen sich zur spannenden Würze zu Frühstück oder Mittagessen. Anders beim Big-Air-Snowboard-Bewerb mit dem heißen Medaillentipp Anna Gassner, mit einer Beginnzeit um 1.25 Uhr (22. Februar).

1200 Österreich-Fans aus Korea

Weil die Bewerbe möglicherweise unter geringem Publikumsinteresse leiden könnten, greift man zu vereinzelt skurrilen Maßnahmen. So hat, laut ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, der österreichische Botschafter im Olympialand versprochen, 1200 Südkoreaner in österreichischer Kleidung und mit österreichischen Fahnen ausgestattet zu den wichtigsten Bewerben zu schicken. "Da haben wir dann eine schöne Publikumskulisse", freut sich Wrabetz.

Der ORF und Olympia von 9. bis 25. Februar

620 Stunden berichtet der ORF live von den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang: 240 in ORF eins und 380 Stunden im Spartenkanal Sport+. Im Vergleich dazu: 1998, bei den Olympischen Spielen in Nagano (Japan) waren es 430 Stunden. ARD/ZDF übertragen 230 Olympia-Stunden.

110 Mitarbeiter arbeiten für den ORF aus der Olympiastadt. ARD/ZDF schicken nach ORF-Angaben 350 Mitarbeiter, die Schweizer SRG 160 Kollegen.

3000 Athleten aus 95 Nationen wetteifern bei den 102 sportlichen Entscheidungen um Medaillen. Österreich entsendet 105 Sportler (40 Damen, 65 Herren) mit 181 Betreuern.

Aus dem Olympia-Studio berichten abwechselnd Rainer Pariasek, Oliver Polzer und Alina Zellhofer.

Auszeichnung: ORF-Chefregisseur Michael Kögler wurde vom IOC mit der internationalen Regie für alle Biathlon-Bewerbe beauftragt.

 

3 Fragen an...
Hans Peter Trost

3 Fragen an Hans Peter Trost

Macht sich bei Ihnen schon so etwas wie Olympia-Fieber breit?

Sagen wir so: Ich bin gut gelaunt. Bei den Rennen in Kitzbühel hatten wir mehr als drei Millionen Zuseher. Für Pyeongchang sind wir im Prinzip schon sehr gut vorbereitet. Diesmal war es aus logistischen Gründen sehr aufwändig. Aber jetzt steht die Infrastruktur im Österreich-Haus.

Der ORF hat nun auch die Übertragungsrechte für die Spiele 2022 und 2024 gekauft. Mit wie viel Geld?

Es geht hier nicht nur ums Geld. Summen werden in diesem Bereich ohnehin keine mehr genannt, weil es für die Zukunft eklatante Wettbewerbsnachteile hat. Solche Verhandlungen dauern bis zu einem Jahr. Dem IOC war wichtig, dass wir nicht nur die Premium-Bewerbe zeigen, sondern umfassend. Das können wir im Vergleich zu anderen mit dem Spartensender Sport+ garantieren. Letztlich war der Mix, den wir anbieten können, ausschlaggebend.

Wie stehen die Verhandlungen mit der heimischen Fußball-Bundesliga in puncto „Highlight-Sendung“?

Wir haben ein Angebot gelegt und sind gesprächsbereit. Ich gehe davon aus, dass es bis Ende Februar zu einer Entscheidung kommt.

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