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Kultur

Der Hip-Hop feiert 40. Geburtstag

08. August 2013 00:05 Uhr

50CENT

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Bild 1/ Bildergalerie: 40 Jahre Hip Hop

Von der Bronx in New York hat der Hip-Hop den Siegeszug in die ganze Welt angetreten. Wie aus einer einfachen Party im Sommer 1973 eine musikalische „Revolution“ wurde.

Nichts an dem roten Backsteinbau wirkt außergewöhnlich. 18 Stockwerke, die Fenster vergittert, nebenan ein kleiner Supermarkt. Hinter einer Schnellstraße und Bahngleisen ist der Harlem River zu sehen, darüber versperrt die Washington Bridge den Blick auf die Skyline von Manhattan.

„Projects“ nennen die New Yorker Gebäude wie dieses, sozialer Wohnungsbau. Hunderte gibt es davon in der Millionenmetropole, und in der Bronx sind sie besonders heruntergekommen. Aber „1520 Sedgwick Avenue“, so die groß über dem Eingang prangende Adresse, ist kein „Project“ wie alle anderen. Genau hier, am südwestlichen Rand der Bronx, soll am 11. August vor 40 Jahren der Hip-Hop erfunden worden sein – heute einer der weit verbreitetsten Musikstile überhaupt.

Eine Party war der Geburtstag

Auf linierten Karteikarten hatte Cindy Campbell in kugeliger Mädchenschrift damals Freunde und Bekannte eingeladen, wie ein von der „New York Times“ veröffentlichtes Foto des Flyers zeigt. Ein „Back to School Jam“ sollte es werden, von 21 bis 4 Uhr im Gemeinschaftsraum von 1520 Sedgwick Avenue. Der Eintritt betrug für Frauen 25 Cent und für „Fellas“ 50. Star des Abends: Cindys großer Bruder Clive, der eine große Plattensammlung besaß und sich als „DJ Kool Herc“ im Viertel einen Namen gemacht hatte.

Aus einer Party im Sommer 1973 wurde eine „Revolution“, wie das New York Magazine schreibt: Der damals 16-jährige DJ Kool Herc spielte nicht die kompletten Songs auf seinen Platten, sondern nur die Instrumentalteile zwischen dem Gesang, zu denen die Partygäste am besten tanzen konnten. Ein Freund schnappte sich ein Mikrofon und begann dazu zu rappen – auch wenn es diese Bezeichnung dafür damals noch gar nicht gab. Rhythmen mit Sprachgesang – der Hip-Hop war geboren und die Partygänger konnten gar nicht genug davon bekommen, erinnert sich der heute 58-jährige DJ Kool Herc: „Es gab kein Zurück mehr.“

Schon bald eröffneten Clubs, die nur diese Musik spielten, Alben wurden aufgenommen, die Zahl der Fans wuchs und die Musik schoss weltweit in die Charts.

Unter anderen Musiker und Bands wie Grandmaster Flash, Public Enemy, Kurtis Blow, Sugarhill Gang und später Wu-Tang Clan, Tupac Shakur, Notorious B.I.G. und Wyclef Jean wurden als Größen des Genres weltbekannt. DJ Kool Herc nicht. Der jamaikanische Einwanderer aus der Bronx wurde wenige Jahre nach der berühmt gewordenen ersten Hip-Hop-Party bei einer Messerstecherei schwer verletzt. Später bekam er als DJ immer weniger Aufträge und wurde drogensüchtig.

Auch wenn ihn seine Musik nicht zum Star gemacht hat, kämpft Kool Herc weiter für seine Mission: den Ursprungsort des Hip-Hop zu bewahren. 1520 Sedgwick Avenue verfiel zusehends. Kool Herc aktivierte einflussreiche New Yorker Politiker und erreichte, dass das Gebäude mit rund 100 Wohnungen, in dem er seit Jahrzehnten nicht mehr lebt, an einen neuen Investor verkauft wurde, der sich besser darum kümmert. Zudem laufen Bemühungen, das Gebäude offiziell als Denkmal schützen zu lassen. „Es ist doch der Geburtsort, wo alles angefangen hat“, sagte Kool Herc. „Es ist ein Teil des amerikanischen Traumes und wir wollen ihn bewahren.“

 

Die 5 besten Rap-Alben aller Zeiten

Run DMC: „Raising Hell“ (1986)

Das Album der drei Rap-Pioniere aus Queens enthält mit dem gemeinsam mit Aerosmith aufgenommenen Hit „Walk This Way“ den Durchbruch von Hip-Hop als kommerzieller Faktor.

Public Enemy: „It Takes A Nation Of Millions To Hold Us Back“ (1988)

Ein Monumentalwerk des frühen Hip-Hop, voll politischer Brisanz, fordernder Intensität und höchst brutaler Dringlichkeit.

2Pac: „Me Against The World“ (1995)

Kaum zu glauben: So kreativ, spannend und abwechslungsreich war Gangsta-Rap bevor er zur peinlichen Marketing-Masche verkam.

Jay-Z: „The Blueprint“ (2001)

Obwohl die Verkäufe schleppend anliefen - die Veröffentlichung fiel auf den 11. September 2001 - festigte Jay-Z mit diesem Album seine Position als einer der kommerziell erfolgreichsten Rap-Künstler aller Zeiten.

Kanye West: „My Beautiful Dark Twisted Fantasy“ (2010)

Größenwahnsinnige Texte, komplexe Songstrukturen und ausgefeilte Arrangements: Auf seinem fünften Album zeigte Kanye West, was im Hip-Hop derzeit alles möglich ist – und in Zukunft noch sein wird.

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