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Kultur

Christian Ludwig Attersee: "Bin ein zur Kunst Gezwungener"

Von Helmut Atteneder   19. November 2014 00:04 Uhr

"Ich bin ein zur Kunst Gezwungener"
Christian Ludwig Attersee

Christian Ludwig Attersee, Doyen der Neuen Malerei in Österreich, wird im nächsten Jahr 75 – und spielt beim internationalen Brucknerfest 2015 eine bedeutende Rolle.

Christian Ludwig Attersee, vielbegabt, vielgefragt und vielbeschäftigt, kehrt im nächsten September in seine einstige Heimat Linz zurück, um hier seinen 75. Geburtstag zu feiern und dem Brucknerfest seinen Stempel aufzudrücken. Als Maler, Musiker und Bühnenbildner. Der ehemalige Segel-Staatsmeister im Gespräch.

Herr Attersee, Sie sind in Linz zur Schule gegangen. Welche Erinnerungen haben Sie?

Linz ist die Hauptstadt meiner Jugend. Ich war hier im Realgymnasium. Mein Sessel und die Schulbank waren voll mit Aktzeichnungen. Das ist nicht so gut angekommen. Mit 16 habe ich abgebrochen. Ich habe bei Alfons Ortner in Linz Zeichenunterricht genommen und bin dann mit 16 als Hochbegabter nach Wien in die Hochschule für angewandte Kunst. Mit 18 habe ich mich dann für die Malerei entschieden, weil ich keine Barocksessel mehr machen wollte.

Im nächsten September spielen Sie beim Brucknerfest eine bedeutende Rolle. Welche Ihrer Talente werden Sie hier ausleben?

Drei in etwa. Am 29. September eröffne ich im Foyer des Brucknerhauses eine retrospektive Ausstellung meines Werkes der vergangenen 35 Jahre. An diesem Tag werde ich auch ein Eröffnungskonzert spielen. Noch ist nicht fix, wer mit mir musizieren wird. Es sind ja zum Teil schon sehr alte Herren. Wenn es gelingt, werden wir "Selten gehörte Musik" bringen. Das ist im Wesentlichen unabgesprochene, freie Musik. Ich werde am Klavier sitzen und singen, dazu könnten noch Leute wie Hermann Nitsch, Gerhard Rühm oder Oswald Wiener kommen. Wir werden sehen.

Und das dritte Talent?

Die Bühnenbildnerei. Ich werde für die Oper "Weiße Rose" von Udo Zimmermann das Bühnenbild gestalten. Ich verfolge da ein neues Konzept im Mittleren Saal des Brucknerhauses. Das Publikum wird im Kreis um die Sänger, die in der Mitte agieren, sitzen. Mit Bild- und Lichtinstallationen wird es dabei eine neue Sicht auf diese Oper geben. Und irgendwann werde ich auch meinen Geburtstag feiern.

Sie werden am 28. August 2015 75 Jahre alt. Woher nehmen Sie Ihre Agilität und Ihre Schaffenskraft?

Ich bin ein zur Kunst Gezwungener. Ich muss jeden Tag Kunst machen, da gibt es keinen Urlaub. Dazu unterrichte ich in Wien und in Geras, wo ich eine eigene Akademie habe. Ein Buch über meine Mosaike ist auch für 2015 geplant, dazu zwei Filme. Außerdem gibt es viele Anfragen: Jeder in Österreich will eine Attersee-Ausstellung haben.

Sie haben Ateliers in Wien, am Semmering und auf Mallorca und praktisch auf der ganzen Welt gearbeitet. Wo sehen Sie sich zu Hause?

Ich liebe Österreich. Hier hat alles begonnen, damals in den 60er-Jahren mit der Wiener Gruppe, mit H.C. Artmann, einem persönlichen Freund, mit Nitsch, Pichler, Wiener, Roth, Rühm. Wir haben uns damals in preiswerten Wirtshäusern und später dann in Wohnungen getroffen. Wir haben gestritten und behauptet. Deswegen ist daraus auch etwas geworden.

 

Bilanz Brucknerfest 2014

„Sehr erfreulich.“ So knapp fasst Hans-Joachim Frey, künstlerischer Leiter der LIVA, das heurige Brucknerfest zusammen.
Rund 14.000 Besucher sahen die 32 Veranstaltungen, im Schnitt kamen 437 Zuseher.
2013: 17.800/39/456
2012: 11.200/22/509
Die Auslastung 2014 betrug 64 Prozent. Die Einnahmen lagen bei 340.000 (40 % Deckung des Budgets.)

Das Budget 2015 beträgt wieder rund 800.000 Euro. Eine 50%-ige Deckung aus Karteneinnahmen wird angestrebt.

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