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Kultur

Auch Frauen können grausam sein

27. Januar 2009 00:04 Uhr

Autorin Betty Shamieh

Den Kontakt hat Airan Berg von Linz09 hergestellt: Landestheater-Schauspielchef Gerhard Willert hat das neueste Stück „Territories“ der palästinensisch-amerikanischen Autorin Betty Shamieh ins Deutsche übersetzt. Und nun inszeniert er auch gleich die europäische Erstaufführung: kommenden Samstag in der Landestheater-Spielstätte Eisenhand.

Für Airan Berg ist die in San Francisco geborene Shamieh „die wichtigste arabische Frauen-Stimme in der amerikanischen Theaterlandschaft“. Ihre Familie wanderte von Palästina nach Amerika aus, ein Cousin aber ist in Linz heimisch geworden.

Die Idee zu dem Stück kam ihr nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001: „Kurz danach sagte ein Politiker im Fernsehen: ,Wir beginnen nun den Kreuzzug’ – er hat sich verbessert: ,die Kampagne gegen...’“, sagt Betty Shamieh, die seit ein paar Tagen in Linz ist, um die Proben und die Premiere zu besuchen. Kurz der Inhalt von „Territories“: 1187 begibt sich die Schwester des islamischen Herrschers Saleh Al-Din (Saladin) auf Pilgerfahrt nach Mekka. Die Frau, deren Name sowohl in westlicher als auch östlicher Literatur nicht genannt ist, wird vom französischen Kreuzritter Renaud de Châtillon entführt und gefangen gehalten.

Es beginnt ein bitterböses Spiel aus Verführung, Folter und intellektueller Diskussion, in dem die Kulturen und die Geschlechter in verschiedenen Zeitebenen aufeinanderpallen. Shamieh hat der Frau den Namen Alia gegeben, was im Hebräischen „nach Israel einwandern“ heißt. Shamieh glaubt, dass „Frauen, wenn sie an die Macht kommen, nicht anders als Männer sind. Auch sie können anderen Gewalt antun und Krieg wünschen.“

Starke Frauen

Inspiriert wurde sie zu dieser Frauenfigur in ihrem Stück durch einen Besuch in Ramallah: „Ich bin Amerikanerin, bin mit 17 Jahren erstmals nach Ramallah, woher meine Familie stammt, gekommen. Ich habe dort Frauen kennengelernt, die viel stärker als ich sind: Sie waren im Gefängnis. Sie haben Steine geworfen...“ Alia ist demnach auch die Starke, die Militante, die ihren Bruder für einen Feigling hält.

Für Shamieh ist es ein eigenartiges Gefühl, bei den Proben dabei zu sein: „Ich weiß ja jedes Wort von meinem Stück, verstehe aber die Sprache nicht!“

Es spielen Nicole Reitzenstein, Sebastian Hufschmidt und Lutz Zeidler.

Info: 0800 218 000
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