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Kultur

Am Attersee wurde die große Leidenschaft für Sagen geweckt

Von Reinhold Gruber   16. November 2013 00:04 Uhr

Erich Weidinger
Erich Weidinger hat seine Freude an Sagen wie an Kurzkrimis.

Erich Weidinger will mit neuem Sagenbuch und Kurzkrimi-Sammlung junge Leser unterhalten.

In der Sagenwelt ist er daheim, sie interessiert Erich Weidinger seit 30 Jahren. Der in Seewalchen lebende Autor und Buchhändler hat auch eine Vorliebe für Krimis entwickelt, wobei er die Kurzgeschichte bevorzugt. Seiner Vergangenheit als Erzieher sind in gewisser Weise seine zwei neuen Bücher geschuldet. "Gruselreiches Österreich" und "Schneller als die Angst" wurden von ihm genau für das Alter ab 10 Jahren konzipiert. Da gebe es wenig Angebot, wie der 49-Jährige aus Lesungen in Schulen und aus seiner Arbeit als Buchhändler weiß.

Buchhändler, das war eine späte Berufung. Zuerst war da der Autor, ausgelöst durch ein Interesse an Sagen aus der Attersee-Region, seiner Heimat. "Von der ersten Minute an hat mich dieses Thema gepackt", sagt Weidinger. Er sammelte Sagen, recherchierte alte Quellen und hatte irgendwann so viele Geschichten, dass "ich mir gedacht habe, es wäre schade, sie nur für mich zu behalten". So kam es zum ersten Buch "Sagen und Märchen vom Attersee". Es folgten weitere.

Bis heute ließen die Sagen den gelernten Friseur nicht los, der aufgrund einer Allergie beruflich umsatteln musste. Nach einer pädagogischen Ausbildung zum Erzieher arbeitete er viele Jahre im Sozialbereich, ehe er als Quereinsteiger die Buchhandel-Lehre absolvierte und mittlerweile mit seiner Frau sein eigenes Geschäft betreibt.

Spannende Spurensuche

Seine Faszination für Sagen ist leicht erklärt. "Ich recherchiere die Sagen nicht nur nach, sondern war auch fast überall an den Schauplätzen der Geschichten. Ich will mir ein Bild davon machen, wie es dort aussieht, und suche zudem nach einer Verbindung zur Jetzt-Zeit. Das ist spannend", sagt Weidinger. So würde er sich nicht nur als Sagen-Autor und -Sammler, sondern auch als Sagen-Forscher sehen. Eine Arbeit, die inhaltlich interessant ist und den Oberösterreicher seine Umgebung besser kennen lernen lässt. "Ich bin durch die Sagen an Orte gekommen, wo ich normalerweise nie hingekommen wäre." Diese Erfahrung wird sich im nächsten Jahr auch in einem Buchprojekt niederschlagen, einem Sagen-Reiseführer.

Vorerst aber setzt Weidinger auf "Gruseliges Österreich", in dem er die Sagen entstauben wollte, wie er sagt, und auf den Krimi-Band "Schneller als die Angst". Letzteres sei ihm persönlich ein Anliegen gewesen. "Dieses Buch ist einzigartig, weil es keine Jugendkrimi-Anthologie gibt." Die Kurzgeschichte habe es in unserer Zeit schwer. Deshalb habe es ihn gefreut, dass er für das Buch mit neun "rasanten Kurzkrimis" Autoren gewinnen konnte, die normalerweise für Erwachsene schreiben. Das Ziel des Buches, zu dem er seine Geschichte "Action ohne Dr. No" beigetragen hat, ist einfach: "Es soll Lust auf das Lesen und Spaß machen." Womit im Autor und Buchhändler doch wieder ein wenig der Erzieher zum Vorschein kommt.

 

"Gruseliges Österreich", Erich Weidinger, Kinder- und Jugendbuch, 148 Seiten, Kral Verlag, 12,90 Euro

"Schneller als die Angst", Kurzkrimis für Kinder und Jugendliche verschiedener Autoren, 125 Seiten, Obelisk Verlag, 12,95 Euro; Buchpräsentation am 20. November, 19 Uhr, Wissensturm in Linz

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