Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Montag, 21. Jänner 2019, 02:50 Uhr

Linz: -2°C Ort wählen »
 
Montag, 21. Jänner 2019, 02:50 Uhr mehr Wetter »
Freizeit  > Kino  > OÖN-Filmkritik

"Ben Is Back": Julia Roberts als Mutter, die ihr Kind retten will

Packendes Familiendrama über die Hölle der Sucht, dem es etwas an Tiefgang mangelt

Julia Roberts als Mutter, die ihr Kind retten will

Starkes Duo: Julia Roberts und Lucas Hedges Bild: Constantin

Es ist eine düstere Szene, als Ben erstmals in Erscheinung tritt. Mit starrem Gesicht taucht der 19-Jährige, gespielt von Lucas Hedges ("Three Billboards Outside Ebbing, Missouri"), zu Weihnachten plötzlich vor dem Haus seiner Familie auf. Das ungute Gefühl, das einen zu Beginn von "Ben is Back" beschleicht, zieht sich durch das gesamte Thriller-Drama. Denn eigentlich sollte der Bursche auf Drogenentzug sein. Seine Mutter Holly, gespielt von Julia Roberts, ist zunächst vor Freude außer sich. Getrübt wird diese aber von der Angst, dass der Sohn einen Rückfall erleiden könnte. Hollys Bedingung, dass er bleiben darf: Er muss ständig in ihrer Nähe sein.

Was als Mutter-Sohn-Drama beginnt, wird immer mehr zum Thriller, der in die kalte Welt von Opioiden und Heroin führt. Ben wird mit Dealern und Süchtigen aus seiner Vergangenheit konfrontiert. Es spielen sich dramatische Szenen ab. Vom Pretty-Woman-Image ist bei der Oscar-Preisträgerin (51) dabei keine Spur. In "Ben is Back" sind ihr die Sorgenfalten tief in das kantige Gesicht geschrieben. Roberts’ Tour de Force als verzweifelte Mutter wird von dem für "Manchester by the Sea" oscarnominierten Nachwuchsstar (22) ideal ergänzt. Regieanweisungen erhielt das Duo von Lucas’ Vater Peter Hedges.

Dennoch: "Ben is Back" ist kein tiefgründiges Drogen-Drama, das die wachsende Opioid-Epidemie in den USA hinterfragt. Vor allem im letzten Drittel wird der Film mehr zum Action-Thriller und Holly zur kämpferischen Übermutter, die ihrem Sohn aufopferungsvoll in die finstere Drogen-Unterwelt folgt. (apa)

"Ben Is Back": USA 2018, 103 Min., P. Hedges

OÖN Bewertung:

 

Der Trailer zum Film:

 

Kommentare anzeigen »
Artikel 12. Januar 2019 - 00:04 Uhr
Mehr OÖN-Filmkritik

"Fahrenheit 11/9": "Wie konnte es so weit kommen?"

Michael Moore über die Mechanismen zur Wahl von Donald Trump.

"Glass": Groß aufgespielt, aber doch nur Kino für die Masse

Drei Schauspiel-Stars retten den verunglückten Horror "Glass"

"Capernaum – Stadt der Hoffnung": Das Überleben in den Slums von Beirut

"Capernaum" ist ein Synonym für einen Ort voll Chaos und Wahnsinn.

"Loro – Die Verführten": Er ist der beste Verkäufer Italiens

Eine filmische Persiflage auf Silvio Berlusconi von Meisterregisseur Paolo Sorrentino.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS