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"Beale Street": Liebe in Zeiten des blanken Rassismus

Stanley Kubrick sagte über das Filmemachen, dass es zuerst um Musikalität, Tempo, das Fließen von Gefühlen gehen solle, bevor Szenen zu bedenken sind.

"Beale Street": Liebe in Zeiten des blanken Rassismus

Stephan James, KiKi Lane Bild: Filmladen

Ein Regisseur, der dies ebenso lebt, ist Barry Jenkins, eindrucksvoll mit "Moonlight" bewiesen, dem Oscar-Film 2018. Mit der Arbeit "Beale Street", die ein schwarzes Paar durch das von Rassismus geprägte New York der 70er begleitet, legt er nach.

Vielleicht nicht durchgehend auf so hohem Niveau an Grandezza, aber mindestens so voll Kraft und einer besonderen Zärtlichkeit, die auf einer exzellent kondensierten Ehrlichkeit basiert, die hier die Familien von Fonny (Stephan James) und Tish (KiKi Layne) leben. Die beiden werden Eltern und von der Anschuldigung erschüttert, dass Fonny eine Puerto-Ricanerin vergewaltigt haben soll. Er geht in Haft, die Hautfarbe scheint Schuldeingeständnis genug, in einem Land, das – wie Kritiker sagen – die Sklaverei im Justizsystem weiterleben lässt. Die Verwandten kämpfen ziellos.

Jenkins stellt dieser himmelschreienden Tragödie wunderbare Poesie gegenüber – Ruhe, Stille, Melancholie, leuchtende Aufnahmen – und eine Hommage an Menschen, die für andere die volle Distanz gehen. Am besten dargestellt von Tishs Mutter Sharon. Regina King spielt sie in wenigen Szenen, aber so unvergesslich, dass sie den Nebendarsteller-Oscar holte. (nb)

"Beale Street": USA 2018, 119 Min., Regie: B. Jenkins

OÖN Bewertung:

 

Der Trailer zum Film:

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Artikel 09. März 2019 - 00:04 Uhr
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