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Warum die heimischen Marienkäfer vor die Hunde gehen

Wettbewerbsvorteil ist sein besseres Immunsystem. Bild: Bellmann

Warum die heimischen Marienkäfer vor die Hunde gehen

Forscher lösten das Rätsel, warum der Asiatische Marienkäfer seine heimischen Verwandten verdrängt: Die Einwanderer allein sind immun gegen pilzähnliche Parasiten.

01. Juni 2013 - 00:04 Uhr

Weltweit sind Asiatische Marienkäfer auf dem Vormarsch und verdrängen in vielen Ländern die dort heimischen Arten. Die unfreiwilligen Invasoren setzen auf biologische Kriegsführung: Sie infizieren ihre Konkurrenten mit tödlichen Parasiten, gegen die sie selbst immun sind. Das zeigt eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie. „Wenn das so weitergeht, werden viele der einheimischen Arten verschwinden“, sagt Biologe Andreas Vilcinskas vom Institut für Phytopathologie und Angewandte Zoologie der Universität Gießen.

Was ist passiert? „2001 ist der Asiatische Marienkäfer alias Harmonia axyridis aus einem belgischen Gewächshaus ausgekommen“, berichtet Fritz Gusenleitner vom Biologiezentrum in Linz. Der Käfer sei von findigen Bauern nach Europa gebracht worden, um Blattläuse zu bekämpfen, von denen ein Käfer bis zu 200 pro Tag vertilgt. In der freien Wildbahn machen sich Marienkäfer aber auch über Eier und Larven der eigenen Familie her. Frisst ein einheimischer Siebenpunkt-Marienkäfer die Jugendstadien des Asia-Krabblers, stirbt er daran. Vergreift sich aber ein asiatischer Käfer am heimischen Nachwuchs, bekommt ihm das problemlos. Des Rätsels Lösung liegt im Blut der Invasoren: Es ist voll mit sporenförmigen Parasiten. Sie ließen sich nach gut 18-monatiger molekularbiologischer Detektivarbeit des Fraunhofer-Teams einer Gruppe pilzähnlicher Einzeller namens Nosema zuordnen.

Somit fragten sich die Forscher: Wie schützen sich die asiatischen Käfer selbst vor den Erregern? Antwort: Das Blut der asienstämmigen Insekten vermag Bakterien deutlich besser abzuwehren als das Blut zweier europäischer Arten. Als Wirkstoff identifizierten die Mitarbeiter des Biologen Vilcinskas eine Substanz namens Harmonin. Sie wird ausschließlich von Marienkäfern hergestellt und erwies sich im Experiment als effizientes Antibiotikum – unter anderem gegen die Erreger von Tuberkulose und Malaria.

Harmonin ist jedoch nur eine von vielen chemischen Waffen, mit denen sich die Käfer gegen Mikroorganismen zur Wehr setzen.

Antimikrobielle Peptide

Massive Angriffe von Bakterien kontern die asiatischen Krabbler mit mehr als 50 Substanzen aus der Klasse der Peptide (kleine Proteine). Das ergaben aufwändige molekularbiologische Analysen von Heiko Vogel am Max-Planck-Institut für Chemische Ökologie in Jena. „Damit hält Harmonia axyridis den Rekord. Kein anderes Tier produziert so viele antimikrobielle Peptide“, sagt Vilcinskas. Das sei der Grund, warum sich die verschleppten asiatischen Käfer einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Siebenpunkt & Co. sichern. Darüber hinaus gehen sie aus direkten Auseinandersetzungen mit ihren Verwandten stets als Sieger hervor, unter anderem wegen ihrer Größe.

„Inzwischen haben wir uns Asiatische Marienkäfer aus der ganzen Welt angesehen. In jeder Population, in jedem einzelnen Tier, selbst in den Eiern finden wir Mikrosporidien“, sagt Vilcinskas. Wenn ein Siebenpunkt ein solches verspeist, infiziert er sich also unweigerlich mit den Erregern. Die Mikrosporidien vermehren sich in ihrem neuen Wirt und bringen ihn schließlich um.

Mehr Interesse an Themen der Biologie? Das Biologiezentrum Linz lädt anlässlich seines zwanzigjährigen Bestehens am 15. Juni (10 bis 17 Uhr) zum Tag der offenen Tür. www.biologiezentrum.at

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Kommentare

„marienkäfer ! ! !“ zappo1410 mei hund frisst koane.....
„“ ingeoma nicht nur die Marienkäfer
„einheimische Marienkäfer, auf dem Hibiskus-Strauch entdeckt, weil auch einheimische Blattläuse ...“ phoenix2134 also, in meinem garten habe ich bis jetzt nur

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