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Die Dohle Bild: OÖN

Die Tiere des Jahres 2012

Der Naturschutzbund hat zusammen mit anderen Organisationen die Tiere des Jahres 2012 gekürt. Darunter befindet sich die Dohle, eine der intelligentesten heimischen Vogelarten, die jedoch immer weniger Nistmöglichkeiten findet. Tiere des Jahres sind außerdem: die Fledermaus, der Hirschkäfer, die Höhlenspinne, die Bernsteinschnecke, die Erdkröte und das Neunauge.

Von Ulrike Griessl, 02. Januar 2012 - 00:04 Uhr

Mit der Ernennung zum Vogel des Jahres wollen sich der Naturschutzbund und der Verein „BirdLife“ dafür einsetzen, dass der Dohlenbestand in Europa wieder steigt. Denn in vielen Regionen sind diese geselligen Singvögel bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Arten oder auf der Vorwarnliste. Als Kulturfolger hatten sich die ursprünglichen Steppenbewohner in der menschlichen Nachbarschaft eigentlich gut eingerichtet: Hohe Gebäude boten ihnen guten Unterschlupf, Felder und Wiesen einen reich gedeckten Tisch mit Käfern, Heuschrecken, Würmern und Schnecken.

Für die Landwirtschaft galten sie als wertvolle Helfer bei der biologischen Schädlingsbekämpfung. Daher lebten Mensch und Dohle jahrhundertelang einträchtig nebeneinander. „Doch nun versiegeln wir immer mehr Grünflächen und setzen für den großflächigen Ackerbau Pestizide ein“, sagt Helmut Opitz, Vizepräsident des Deutschen Naturschutzbundes. Damit würde auch die Lebensgrundlage der Dohlen verschwinden. Zugleich würden die Vögel aber auch immer weniger Nistmöglichkeiten finden.

Dohlen brauchen eine Imagekorrektur

Neben dem Schutz vorhandener Lebensräume rufen Naturschutzbund und BirdLife dazu auf, alternative Brutplätze anzubieten. Dazu würden sich spezielle Dohlen-Nistkästen hervorragend eignen. Zusätzlich zum verstärkten Artenschutz im Jahr 2012 erhoffen sich die Organisationen aber auch einen Imagegewinn für die kleinsten Vertreter der Rabenvögel, die im Volksmund oft als Unglücksboten und Pechvögel bezeichnet werden. Sie wollen die guten Eigenschaften von Dohlen hervorheben, die sogar schon den Verhaltensforscher Konrad Lorenz mit ihrem hoch entwickelten Familien- und Gesellschaftsleben beeindruckt haben.

Dohlen sind besonders lernfähig und leben in Kolonien zusammen. Dohlenpaare bleiben einander ein Leben lang treu und pflegen eine fürsorgliche Beziehung zu ihrem Nachwuchs. Sie sind also keine Raben-, sondern Vorzeige-Eltern.

Die Dohle

Die Dohle ist einer der kleinsten Rabenvögel in Europa und ist von ihren Verwandten wie zum Beispiel dem Kolkraben und der Saatkrähe nicht schwer zu unterscheiden: Im Gegensatz zu ihnen ist sie am Kopf und um den Hals herum grau gefiedert und hat hellblaue beziehungsweise silbrig-weiße Augen. Dohlen bleiben ein Leben lang mit ihrem Partner zusammen und nisten gerne in Höhlen und Gebäudenischen (zum Beispiel in Kirchtürmen). Das Dohlen-Paar kümmert sich liebevoll um einander, die beiden Partner füttern und kraulen sich gegenseitig. Auch in der Gemeinschaft halten sie zusammen: Jungdohlen oder kranke Vögel werden von anderen Dohlen mitversorgt.

Die Fledermaus

Zu Fledermäusen gibt es viele Vorurteile und Missverständnisse. Sie wurde zum Tier des Jahres gewählt, damit diese aufgeklärt werden. Hier die zwei häufigsten Irrtümer:
• Fledermäuse trinken Menschenblut. Stimmt nicht, nur wenige Arten trinken kleine Mengen Tierblut.
• Fledermäuse sind Vögel. Stimmt nicht, sie sind mit den Flughunden die einzigen fliegenden Säugetiere.

Die Große Höhlenspinne

Sie ist das Höhlentier des Jahres 2012 und lebt in frostfreien Naturhöhlen, Bergwerkstollen und Felsenkellern. Sie frisst gern Asseln, Käfer und Tausenfüßler. Die Große Höhlenspinne hat einen stark glänzenden, rötlich braunen Panzer und erreicht eine Größe von 11-13 mm (Männchen) bzw. 14-17 mm (Weibchen).

Die Bernsteinschnecke

Das Weichtier des Jahres ist die Schlanke Bernsteinschnecke. Sie kommt vor allem in den Uferzonen von Flüssen und Seen vor. Ihr Gehäuse umfasst nur wenige Windungen, wobei die letzte stark vergrößert ist. Die Schale ist dünn und glänzend. Die Tiere sind Zwitter, die sich meist gegenseitig befruchten, aber auch Selbstbefruchtung kommt vor.

Das Neunauge

Neunaugen, deren Entwicklung 400 Millionen Jahre zurückreicht, gehören zur ältesten noch lebenden Wirbeltierklasse der Erdgeschichte. Streng genommen zählen sie nicht zu den „Fischen“, sondern zu den Rundmäulern. Mit der Wahl zum Fisch des Jahres soll darauf hingewiesen werden, dass Maßnahmen zum Schutz dieses Tieres nötig sind.

Der Hirschkäfer

Der Hirschkäfer ist das Insekt des Jahres geworden, um auf seine Bedrohung hinzuweisen. Die Rodung alter Flurbäume hat den Hirschkäfer über Jahrzehnte zurückgedrängt. Sein besonderes Merkmal sind die drei Zentimeter langen Oberkiefer der Männchen, mit denen sie Rivalen bekämpfen und Weibchen bei der Paarung festhalten.

Die Erdkröte

Dieses Tier wurde zum Lurch des Jahres 2012 gewählt. Männchen und Weibchen der Erdkröte unterscheiden sich in Körpergröße und -gewicht: In Mitteleuropa erreichen ausgewachsene Weibchen bis zu 16,5 cm und Männchen bis zu 9 cm Länge. Auf ihrem breiten, kantigen Kopf beginnen hinter den Augen paarig angeordnete, wulstige Ohrdrüsen. Die Oberseite des Körpers ist mit Warzen besetzt.

 

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Kommentare

„ein wahrlich schützenswertes tier?!die sehr aufwendige brutpflege verlangt entsprechende ...“ mausfanger der "schuldenbremsen-vogel" ...

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