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Schön, dass es den Linzer Landhof (noch) gibt

Das Wirtshaus im Linzer Hafenviertel ist eines der Letzten seiner Art. Große Servierkunst.

Schön, dass es den Linzer Landhof (noch) gibt

Geschäftsführer Heinrich Zwölfer, im Landhof seit 1973 Bild:

Die Zeiten ändern sich. Wo sich heute im Linzer Hafenviertel ein Firmengebäude an das nächste reiht, wurde vor 50 Jahren noch Landwirtschaft betrieben. Kochlehrlinge klaubten in der Nachmittagspause Erdäpfel, Pflanzen wurzelten in der Erde und wurden in der Baumschule großgezogen.

Heute parken Autos auf Asphalt. Vom Acker ist nichts mehr zu sehen. Eines der wenigen Relikte der damaligen Zeit ist der Landhof, ein stattlicher Vierkanthof. Die Wirtshausstube ist unverändert und original erhalten. Holzvertäfelung, Decke, Mobiliar zeigen ein Bild von Tischlerhandwerk, das auf Generationen ausgerichtet war. Kein Sessel knarrt, kein Tisch wackelt. Die Atmosphäre ist einzigartig, museal und keineswegs verstaubt. Es ist heimelig, nicht zu groß und ein Wirtshaus, wie es wohl nur noch ganz wenige in Oberösterreich gibt.

Umso größer war die Sorge, dass die Stunden des Landhofs gezählt seien. Im Sommer munkelten viele Gäste, dass dieser vom Eigentümer, der Plasser & Theurer Gaststättenbetriebe GmbH, abgerissen werden solle. Davon hört man zumindest dieser Tage nichts mehr. Der Betrieb läuft vor allem zu Mittag auf Hochtouren. Viele Stammgäste nehmen Platz, werden von den Mitarbeitern mit Namen begrüßt und genießen eine Servicequalität, die vorbildlich ist: kompetent, freundlich und zuvorkommend.

Schön, dass es den Linzer Landhof (noch) gibt

Gut abgeschmeckte Schnittensuppe mit frischem Schnittlauch

Am Abend wird in die Trickkiste der alten Schule gegriffen. "Wenn der Gast es will, flambieren wir, bereiten Beef Tartar frisch vor den Augen zu oder machen ein Omelette surprise. Biskuitteig, darauf eine Kugel Eis, alles wird mit Eischnee überzogen und im Rohr gebacken", erklärt Heinrich Zwölfer das Gericht. Der Geschäftsführer arbeitet seit 1973 im Landhof und kraxelte die Karriereleiter vom Lehrling kontinuierlich hinauf.

Schön, dass es den Linzer Landhof (noch) gibt

Zwiebelrostbraten nach alter Schule zubereitet

Zu Mittag gibt es einen preisgünstigen Mittagstisch und eine traditionelle Speisekarte. Die Schnittensuppe (saures Biskuit) ist ideal gewürzt und erinnert an gute Wirtshausküche von anno dazumal (2,30 Euro). Sehr g’schmackig auch die Suppe mit Kaspressknödel (3,50 Euro) als Einlage. Vorzüglich das gebackene Lamm in Kürbiskernpanade mit Petersilienerdäpfeln (14,50). Dass es auch aromatischen Zwiebelrostbraten mit Braterdäpfeln (15,80 Euro) gibt, stimmt ebenso glücklich wie die zwei Stück Palatschinken, die mit Marillenmarmelade und mit Preiselbeeren gefüllt sind (5,10 Euro). Zugabe sind die luftigen Topfennockerl mit warmem Beerenragout und knusprigen Mandelsplittern (5,30 Euro).

Schön, dass es den Linzer Landhof (noch) gibt

Flaumige Topfennockerl

Manches ändert sich nie. Mit gutem Essen und hoher Servicekunst stellt man die Gäste zufrieden. Also: Besuchen Sie den Landhof, solange er noch steht.

 

Landhof

Kategorie: Restaurant
Pummererstr. 4a, 4020 Linz
0732/779832
Ruhetage: Samstag, Sonntag und feiertags

www.restaurant-landhof.at

 

Küchenleistung: 5 von 6 Kochlöffeln

Im Sommer lauschiger Gastgarten, Extra-Gastzimmer im ersten Stock zu mieten

 

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Artikel Philipp Braun 08. Februar 2019 - 01:23 Uhr
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