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Schneeglitzern am Sternstein

Einkehrschwung im Mühlviertel. Die Waldschenke vereint Sport und Kulinarik

Schneeglitzern am Sternstein

Bild:

Es ist tiefster Winter. Das wird einem bewusst, wenn man durch den verschneiten Wald Richtung Amesberg 11 fährt und sich manche Autofahrer mit ihren motorisierten Boliden plagen, den letzten Anstieg zu erklimmen. Sichtlich leichter tun sich die bestens ausgestatteten zahlreichen Schneeschuhwanderer, Langläufer und Winterflaneure, die auf 960 Meter Seehöhe Frischluft tanken. Spätestens wenn rote Backen und vom flockigen Schnee gekennzeichnete Schuhe in der heimelig-rustikalen Stube auftauchen, weiß man: Es ist Winter. Und was für einer!

Stellt sich nur die Frage, wie man die Zeit verbringt. Im Wirtshaus oder im Freien? Nach den strahlenden Gesichtern der Gäste zu urteilen, ist beides empfehlenswert. Einige sind zufrieden, weil sie nach einer euphorisierenden Tour einkehren, andere, weil das Essen glücklich stimmt. Ein Stammgast, der im Gasthaus die goldene Hochzeit feiert, sagt: "40 Jahre fahren wir schon in die Waldschenke. Das Essen ist immer vortrefflich."

Seit 1992 führen Carola und Siegfried Thumfart den Betrieb und bieten einen Querschnitt an regionalen Spezialitäten an. Aktuell wird den selbst gedrehten Knödeln in allen Varianten gehuldigt. Reservieren ist wie Winterausrüstung Pflicht. Speziell an sonnigen Sonntagen, wenn unzählige Gäste wie eine Lawine das Wirtshaus stürmen und das Servicepersonal fast unter der Last zusammenbricht.

Die Küchenleistung zeigt sich davon unbeeindruckt und geht flockig über die Bühne. Gut die kräftige Rindssuppe mit angesaugten Milzschnitten (3,60 Euro). Auch die drei Stück Kürbis-Frischkäse-Tascherl auf Rucolasalat (6,90 Euro) stimmen verheißungsvoll auf das oberösterreichische Kulturgut ein: Das Trio von Haschee-, Grammel- und überbackenen Speckknödeln (10,90 Euro) zeugt von wahrer Knödelkompetenz.

Der Zauberwürfel unter den Knödeln ist aber eindeutig die überbackene Variante mit warmem Krautsalat (10,90 Euro). Die Würze des Specks vereint sich mit dem Erdäpfelteig und der Sauce Royale wundervoll zu einem sensorischen Meisterwerk. Dazu der leicht säuerliche, wohltemperierte, knackige Krautsalat, und man ist stolz, Oberösterreicher zu sein und auf diesen Schatz an Köstlichkeiten zurückgreifen zu können. Die glasierte Kalbsleber mit etwas salzarmem Reis (16,90 Euro) dämpft ein wenig die Gesamtleistung. Im dichten "Saftl" wäre weniger Süße animierender. Um einiges besser sind die hausgemachten Powidltascherl mit Nussbröseln (6,50 Euro). Polsterweich und zum Niederlegen. Gut, dass es Zimmer zum Übernachten gibt.

KÜCHENLEISTUNG
vier von sechs Kochlöffeln

INFOS ZUM LOKAL

Waldschenke
Kategorie: Berggasthof
Amesberg 11, 4190 Bad Leonfelden, 07213/6279,
Fr.–Di.: 8–23, Mi.: 8–15 Uhr, Ruhetag: Do.,

www.waldschenke.at

 

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Artikel Philipp Braun 25. Januar 2019 - 00:04 Uhr
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