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"Einfach guat" wie damals

Im Gasthaus Dürnberg in Ottensheim geht's nach der Übernahme gelungen weiter.

Hausgemachte Hascheeknödl, für die sich die Wartezeit lohnt. Bild:

Ihr Topfenstrudel ist legendär. Auch die Hascheeknödl haben das Zeug dazu, zum Gästemagnet zu werden. Wenn man’s nur "daworten" kann. Denn die wirft Michaela Mitterer-Reindl je nach Bestellung ins Wasser, was 25 Minuten Wartezeit bedeutet.

"Eingefleischte" haben auch die Spur von Michaelas Schweinsbratl bis zum Daxleitner am Pfenningberg bei Linz verfolgt. Dort hatte die Produzentin unverschnörkelter Hausmannskost kurz angedockt, ehe sie mit ihrem Sohn Peter Mitterer das Gasthaus Dürnberg in Ottensheim übernahm.

Es war ein Weilchen leer gestanden, nachdem dem Vorpächter finanziell der Atem ausgegangen war. Ottensheimern ist Mitterer-Reindl bereits wohl bekannt. Sie führte das Ruder-Rennstrecken-Lokal Biber, ehe es vom Restaurant Regatta abgelöst wurde.

Die Speisekarte im Dürnberg ist ein Hort der Klassiker. Von Frittatensuppe über Cordon Bleu, Gulasch mit Nockerl (hausgemacht!) und Schnitzel ist alles vertreten und "ehrlich" ohne Schnickschnack und ohne Halbfertigprodukte gekocht.

Die Rindsuppe kommt mit zwei flaumigen Grießnockerln (3,40 Euro) daher, deren einziges Manko sein könnte, dass ihnen eine Prise Salz fehlt.

Die zwei dicken Schopf-Schnitten beim Schweinsbratl aus der Rein (11,90 Euro) versöhnen alle, die bereits mit dem Bratlessen aufgehört haben. Saftig-zart das Schweinderl mit Natursaftl, das sich mit drei dicken Scheiben Serviettenknödl und feinst gehobeltem warmen Krautsalat (puristisch ohne Kümmel, ohne Fett, ohne Speckbröckerl) zum Dreigestirn des Genusses vereint.

Der Zwiebelrostbraten mit Bandnudeln und gemischtem Salat (13,90 Euro) ist ebenso ohne Fehl und Tadel. Das Fleisch weich, das Saftl zwiebelgesättigt und als Krönung eine Fuhr nicht fette Röstzwiebeln obendrauf. Und erst die Hascheeknödl (8,90 Euro): Zwei Stück, riesengroß, vibrierend vor Lockerheit, ruhen auf Gulaschsaft mit Fleischeinlage.

Auch wenn im Magen eigentlich nicht mehr Platz ist: Ein Strudel muss sein. Ich empfehle Topfenstrudel (3,70), so locker, dass er es mit einem Seismografen aufnehmen könnte. Der butterige Geschmack darf nicht unerwähnt bleiben. Serviert wird charmant von Peter Mitterers Freundin Stefanie.

Bier kommt von der Brau-Union. Most gibt’s auch. Das gesamte Lokal ist rauchfrei.

Barrierefrei ist es nur innen mit ebenerdigen Toiletten.

Der Vollständigkeit halber sei’s für "Dürnbergwirt-Neulinge" erwähnt: Der Ausblick auf die Donau und Ottensheim vom Wintergarten und dem kleinen Gartl aus ist unschlagbar.

*****

OÖN-WERTUNG
Küchenleistung: fünf von sechs Kochlöffeln
Neu renoviertes Felsenstüberl für bis zu 15 Personen. Mo. bis Fr. auch Mittagsmenü.

INFOS ZUM LOKAL

Dürnbergwirt
Kategorie: Gasthaus
Dürnberg 31, 4100 Ottensheim
Tel.: 0699/12055179
Ruhetag: Montag

 

 

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Artikel Karin Haas 18. Januar 2019 - 00:04 Uhr
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