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Zwischen-Seen-Land im Salzkammergut

Der Gasthof See aus Unterach steht für gute Fischküche. Erfreulicherweise aus der Heimat

Topfen vom Teig als Milirahmstrudel umhüllt Bild:

Es erscheint ein wenig fintenreich, wenn man von der Lage des Gasthofs See spricht. Das Traditionswirtshaus liegt zwar in Unterach am Attersee, befindet sich dann aber doch direkt am Mondsee. Der Attersee ist zirka drei Kilometer entfernt.

Beide Seen haben ihren Reiz. Man bleibt neutral, und nennt das barrierefreie Wirtshaus mit lauschigem Gastgarten und Mondseeblick der Einfachheit halber "Gasthof am See". Ein Wirtshaus war es immer schon. 1996 hat es Andreas Götsch gepachtet und zu einem unverwechselbaren Idyll mit traditioneller Küche aufgemascherlt.

Schwerpunkt liegt naturgemäß auf Fisch. Götsch verzichtet angesichts des heimischen Angebots auf Meeresfisch. "Das haben wir früher auch auf der Karte gehabt. Aber wir brauchen es nicht, wenn wir den See vorm Haus haben", sagt der Wirt und beweist kulinarischen Weitblick. Statt Pangasius, Lachs und Shrimps aus industrieller Massenzucht finden sich Mondseesaiblinge, Reinanken oder Hecht regelmäßig auf der Karte wieder. Das tut gut und wird von den Gästen honoriert.

Einer der gern bestellten Speisen sind sauer eingelegte Saiblinge (7,20). Das Gericht begeistert mit erfrischender Säure, knackigen Karotten, süßlich aromatischen Zwiebeln und mürbem Fleisch.

Suppen gibt es mit klassischem Fleischstrudel (3,60 Euro) als Einlage. Traditionell sind auch die Hauptspeisen. Schweinsbraten im Reindl serviert, selbst gemachte Hascheeknödel oder heimisches Wild als Rehragout veredelt (kleine Portion 9,80).

Sehr zart und fein das Fleisch, die Sauce gut abgebunden und aromatisch. Leider war der mächtige Semmelknödel im Inneren eine Spur zu teigig, das Kraut etwas verkocht.

Die Fischspeisen variieren je nach Verfügbarkeit. Entweder vertraut man auf Wildfang oder bedient sich frischer Fische aus heimischer Zucht. Wie Lachsforellen zum Beispiel. Dessen saftige Filets (17,8 Euro) werden angebraten und mit knackigem, in Butter geschwenktem Marktgemüse (Zucchini, Kohlrabi, Karotten) vom aufmerksamen Personal an den Tisch gebracht. Wer jetzt noch nach Meeresfisch ruft, möge doch bitte dorthin fahren, wo dieser wächst.

Die Dessertkarte ist ein Applaus an die österreichische Mehlspeisenküche. Südfrüchte werden von Götsch ausgeklammert: "Wir brauchen keine Mangos, wenn wir Marillen haben." Die Antwort auf Übersee lautet Heidelbeerschmarrn, Powidltascherl oder Milirahmstrudel (5,60 Euro), eine Variante des Topfenstrudels, der in einer feinen Vanillesauce schwimmt, und glückselig am See stimmt.

*****

Gasthof am See
Kategorie: Gasthaus
See am Mondsee, 4866 Unterach am Attersee
Tel. 07665/20569
Ruhetag: Montag, Dienstag
www.gasthof-see.at

OÖN-Wertung: vier von sechs Kochlöffeln

 

 

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Artikel Philipp Braun 05. Oktober 2018 - 00:04 Uhr
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