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Schlierbacher Genuss-Königskinder

Schlierbacher Genuss-Königskinder

Leben und arbeiten unter einem Dach: das Ehepaar Otte beim Eingang ihres historischen, liebevoll renovierten Gutes. Bild: VOLKER WEIHBOLD

Die Straße windet sich nach oben und wird von einem versteckt gelegenen Bauernhof gekrönt. Die Ortsbezeichnung ist Schlierbach, täuscht aber subjektiv. Denn der Blick schweift adlergleich über Kirchdorf an der Krems.

Das Ehepaar Christine und Michael Otte haben den Hof als Heim und Arbeitsstätte auserkoren. Michael ist der Sommelier, der aus der Weinbegleitung ein Erlebnis macht. Christine ist die "One-Woman-Show" am Herd, die seit vielen Jahren mit sicherer Hand Haube um Haube einheimst.

Hier gibt’s keinen Tanz der Dekadenz und keine Gerichte, die mit der Pinzette angerichtet sind. Regional-kreativ ist das Motto. Als Dessert gibt’s etwa Creme vom Topfen vom Bauern um´s Eck, der wie ein Cosmopolitan im Cocktailglas serviert wird. Ebenso staunt man über scheinbar weitgereiste Garnelen. Doch die stammen frisch aus Bayern, wo zwei junge Leute "Good Gambas" natürlich ohne Antibiotika züchten.

Man sitzt rustikal-gemütlich in der Stube mit der 300 Jahre alten Decke oder im liebevoll renovierten Stall. Alle 14 Tage kreiert die Gourmet-Christl ein umfangreiches Menü, das es ab drei Gängen um 49 Euro gibt. Die beste Wahl ist das "Menü der kleinen Köstlichkeiten", also alles (zehn Gänge um 59 Euro, nur tischweise möglich!).

Die Devise noch bis 21. April: "Kremstal trifft die große weite Welt". Nach einem Sorbet-Stanitzel und Entrees wie Zwiebel-Rotweinbutter und Chorizo vom Mangalitza (Wollschwein,) erfreut nach einem Carpaccio ein saftiger Kartoffelpuffer mit geräuchertem Stör, Alpenkaviar und Caesar Salad (Foto oben).

Leber wird als "Crème brûlée" auf dem Löffel zur sündigen Köstlichkeit. Gut, dass nicht alle Pilzraritäten von Florian Kogseder aus Molln vom Steirereck in Wien abgesaugt werden.

Christine Otte zaubert aus Igelstachelbart & Co ein Tom Yum Goong, eine tomatige Köstlichkeit. Auf Fish & Chips von der Bachforelle folgt Bami Goreng vom Micheldorfer Ziegenkitz.

Beim Surf & Turf kommt es mit Milchkalb und Garnele zur bayrisch-oberösterreichischen Liaison. Beim Käse hat auch der Schlierbacher Stinker seinen Auftritt. Tipp für Autofahrer: nach einem Glas hausgemachten Wermuts (5,10 Euro) schmecken die Südtiroler Bergapfelsäfte von Kohl.


OÖN-Wertung: fünf von sechs Kochlöffeln
(sechs Kochlöffel = sehr gut, null Kochlöffel = enttäuschend)

 

INFOS ZUM LOKAL

Scherleiten
Kategorie: Restaurant
Scherleitenstraße 27
4553 Schlierbach
Tel. 07582/52191
Offen Mi.-Sa. 17-23 Uhr

Kontakt zur Autorin: k.haas@nachrichten.at

 

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Artikel Karin Haas 13. April 2018 - 00:04 Uhr
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