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Die "neue Moserin" macht ihre Sache sehr gut

Kochlehrerin Elisabeth Irndorfer hat das kürzlich übernommene Traditionsgasthaus Moser in Neuhofen/Krems kulinarisch fest im Griff.

Die "neue Moserin" macht ihre Sache sehr gut

Alteingesessen, neu übernommen Bild: OÖN

Kochlehrerin ist eine Untertreibung. Elisabeth Irndorfer unterrichtet zwar an der HLW Steyr Kochen und Service. Doch eigentlich will die Neuhofenerin ihre Sache überall perfekt machen. Ob für Frank Stronach, dessen Köche sie in Kanada schulte, ob am Opernball in Wien mit ihren Schülerinnen im Logen-Service oder im Gasthaus Moser in Neuhofen an der Krems. Das hat sie als Pächterin kürzlich von Anna und Josef Moser übernommen.

Am Herd steht nach wie vor Küchenperle Julia Pelz. Alle paar Wochen wird die Speisekarte aktualisiert, was auch Stammgäste wie die Achleitner Schloss- und Reitfamilie Max-Theurer und Tann-Papier-Granden Christian Trierenberg freut.

Man sitzt urig-edel im Gewölbe oder im erfrischend-nostalgischen Salettl. Ein kleiner Gastgarten erfreut im Sommer.

Das Gedeck ist eine Gratis-Aufmerksamkeit des Hauses: drei Sorten Brot, drei Aufstriche (Grammelschmalz, gekräuterte Butter, "Rauna"-Topfen).

Die Milzschnittensuppe schmeckt wie bei Omi: eine intensiv dunkelbraune, natürlich echte Rindsuppe mit den gebackenen Schnitten mit braun-krossem Milzbelag (3,70 Euro). Hmmm! Ebenso lässt uns das gebackene Ei im jungen Spinatnest (8,90 Euro) wohlig schnurrend zurück. Auf den Punkt weich!

 

Die "neue Moserin" macht ihre Sache sehr gut

Gebackenes Ei einmal anders

In Richtung Haube weist eine ganz und gar nicht regionale Zutat, die auch andere, in erster Linie auf oberösterreichische Küche spezialisierte Köche, etwa Gerhard Bauböck in Gurten (Innviertel), gerne verwenden: es ist Oktopus, hier mit gesulztem Spargel-Gewürz-Fond (9,90 Euro). Wer es konservativer mag, wählt aus der Hausmannskostabteilung: Riesling-Kalbsbeuscherl, Kalbszunge, Backhendl oder Rindswadl-Gulasch.

Die gebratenen Kalbsnierenscheiben auf Erdäpfelstampf und Speck-Chips (16,90 Euro) sind etwas für Kenner, die zu diesem besonderen Fett ein Naheverhältnis haben. Die "Moserin" nimmt schlauerweise Kalb. So wird das (in Wien manchmal erwünschte) "Brunzeln" vermieden. Wir litten darunter etwa im Hohensinn (Wien, 8. Bezirk).

Die "neue Moserin" macht ihre Sache sehr gut

Kalbsnierenscheiben, wie sie sein sollen

 

Ambitioniert ist das Kaninchenfilet im Tramezzinimantel auf Erbsen & Spargel (19,90 Euro). Der Hase kommt nicht trocken und mutig in einer Art "Wrap" daher. Die Salzburger Nockerl (11,90) macht Köchin Julia erstaunlicherweise in der Pfanne und auch für eine Person. Sie sind genauso flaumig wie die Urversion im Backofen. Die Erdbeer-Dessertvariation wiederum ist bestes Hauben-Handwerk mit dem dazu nötigen Chi-Chi. Liebe "Moserin", das ergibt, ganz ohne Vorschusslorbeer, fünf Kochlöffel.

Die "neue Moserin" macht ihre Sache sehr gut

 Erdbeer-Dessertvariation mit Hauben-Attitüde

 

Gasthof Moser
Kategorie: Restaurant
Marktplatz 9, 4501 Neuhofen an der Krems, 07227/4229
Ruhetage: Montag, Sonntag abends und Dienstagmittag

Weinkarte: viel Österreich, etwa gemischter Satz vom Scheucher (26 Euro). Aperitif aus Österreich: Puhrsecco vom Gut Puhr (Obermarkersdorf bei Retz, 4,60 Euro), Gurken-Melonen-Wodka von Philipp Landerl (Sierning).

Säfte: Auch regional (Höllhuber aus Adlwang).

Menü: Mit vier Gängen nach freier Wahl zu 39 Euro ist man preis-leistungsmäßig hervorragend bedient.

An der Homepage wird noch gebastelt.

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Artikel 09. Mai 2014 - 00:04 Uhr
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