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Die Metamorphose eines "wilden Hundes"

Christian Rathner hat den Oberwirt in Linz/ St. Magdalena gekonnt wiederbelebt.

Die Metamorphose eines "wilden Hundes"

Seit September der neue "Oberwirt". Bild: Alexander Schwarzl

Eigentlich ist Christian Rathner ja ein "wilder Hund". Als Gaukler Torxes mischt er Mittelalter-Märkte auf. Obendrein sind die Street-Food-Kreationen des vielfach Tätowierten in der Hipster-Welt legendär.

Nun hat sich der Urfahraner, der bereits im Volksschulalter Koch werden wollte, eine Menge Arbeit gekauft. Denn seit September ist er der neue Oberwirt in St. Magdalena.

Rustikal-gemütlich geht es seither hoch über Linz im gekonnt wiederbelebten Gasthaus zu, das der Stadt Linz gehört und nach zweijährigem Stillstand wieder verpachtet wurde.

Innen aufgefrischt, strahlt das Gasthaus vor Gemütlichkeit. Die Mitarbeiter sind tüchtig, authentisch und freundlich, auch wenn es rundgeht.

Alle paar Wochen wird die Speisekarte gewechselt. Klassiker, wie das perfekt "soufflierte", resche und nicht zu fette Schnitzel aus der Pfanne, dessen Panier sich gekonnt "wirft", gibt es immer. Es wird mit Petersilerdäpfeln und Erbsenreis serviert (vom Schwein 12,90, vom Kalb 16,90 Euro).

Die Metamorphose eines "wilden Hundes"

Schnitzel aus der Pfanne mit gekonnt "geworfener" Panier

Die Leberknödelsuppe (3,80) wird originell in einem Töpfchen mit Deckel aufgetischt. Die Rindsuppe ist eine Essenz, so dicht, dunkel und angenehm fettfrei kommt sie daher.

Die Metamorphose eines "wilden Hundes"

Leberknödelsuppe im Töpfchen

Für die Vorarlberger Käsknöpfle (11,20 Euro) sollte man viel Appetit mitbringen. Sie werden im "Holzzuber" mit einem Holzlöffel serviert. Sie sind hausgemacht, flaumig und raffiniert nicht nur oben, sondern in Schichten mit Käse versetzt und von Röstzwiebeln gekrönt. Dazu gibt es Apfelmus und Erdäpfelsalat, letzterer mit der gerade richtigen Dosis Essig und leicht süßlichen, nachträglich darübergestreuten roten Zwiebeln verfeinert. Würden sie mit den anderen Zutaten untergemischt, könnte der Salat leicht bitter werden.

Die Metamorphose eines "wilden Hundes"

Spätzle Ländle-Art mit Erdäpfelsalat und Apfelmus

Die weißen Schokonockerl (6,20) sind mit Mandeln als Ohren wie Mäuse dekoriert und kämpfen vergeblich dagegen an, dass weiße Schokolade halt ein bisschen fad ist. Das Waldbeerenragout bietet eher optisch Konterpart.

Die Getränkewelt ist mächtig in Ordnung: Bier vom Fass gibt’s von gleich drei regionalen Brauereien: Freistädter, Hofstettner und Schlägler. Bald gibt es Letzteres als Bock. Dann wird mit einem heißen Dorn "gestachelt", was das Bier karamellig macht. Der Grüne-Veltliner-Hauswein vom Hagn aus Mailberg erstaunt zuerst als Doppler, dann als Wucht im Glas (2,50 Euro).

Übrigens: die Küchenchefin heißt Susi Itzinger und ist erst 24 Jahre alt. Rathner will als Wirt schließlich für die Gäste da sein. Wenn er nicht gerade Geschirr spült. Denn einen Abwäscher sucht er noch.

 

Oberwirt

Kategorie: Gasthaus
Magdalenastr. 50, 4040 Linz
Tel. 0732 / 27 33 32
Ruhetage: Montag, Dienstag
Große Karte 11–14 u. 18–22 Uhr, So. und Fei. bis 19 Uhr

Küchenleistung: 5 von 6 Kochlöffeln

Das gesamte Gasthaus Oberwirt ist rauchfrei!

 

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Artikel Karin Haas 23. November 2018 - 02:17 Uhr
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