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Der Schaupp lebt nicht vom Brot allein

Das Gasthaus Schaupp in Maria Neustift kann beides sein: exzellente Bäckerei und Wirtshaus

Der Schaupp lebt nicht vom Brot allein

Ein Cordon-Bleu vom Schaupp. Bild:

Maria Neustift ist allemal eine Reise wert. Und das nicht nur wegen der denkmalgeschützten Pfarr- und Wallfahrtskirche, die prominent im Ortszentrum steht und jährlich Pilger wie Weitwanderer anlockt (Anmerkung: Maria Neustift liegt auf dem Maria-Zeller-Weg, und ist von Linz aus innerhalb von drei Tagen zu Fuß bewältigbar).

Aber der Ort mit seinen knapp 2000 Einwohnern ist vielmehr ein Gegenargument für Skeptiker, die meinen, dass eine intakte Vereinsstruktur, Greißler, Dorfgastronomie und Handwerkbäcker dem Untergang geweiht sind. Den besten Beweis liefert Wolfgang Schaupp, dem als kulinarischer Architekt die scheinbare Quadratur des Kreises gelingt, und der sowohl Gasthaus als auch Holzofenbäckerei erfolgreich führt.

Die ersten urkundlichen Erwähnungen des Wirtshauses datieren bis ins Jahr 1477 zurück, die Bäckerei wurde vor zirka 100 Jahren vom Urgroßvater ins Leben gerufen. Darin steht ein Prachtwerk von einem ebenso alten Holzbackofen, der die besten Voraussetzungen für köstliches Gebäck und Brot liefert.

Freilich benötigt man als Bäcker auch Fingerspitzengefühl für den nicht automatisch gesteuerten und mit Fichtenholz befeuerten Ofen. Das hat er – der Bäckermeister, der für seine Schauppweckerl über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist.

Das Gebäck ist feinporig, die Form erinnert an die steirischen Langsemmeln, und der Geschmack ist derart gut, dass berechtigte Zweifel aufkommen, wieso industrielle Aufbackware überhaupt noch Käufer findet. Das Schauppweckerl würde perfekt zum Rindsgulasch (7,80 Euro) harmonieren. Das war leider aus.

Die zweite passende Alternative, eine Beuschelsuppe (3,50 Euro), wird gern am Sonntag nach der Kirche gegessen, eignet sich aber auch für einen großen Happen unter der Woche. Gut gewürzt, Lunge und Herz fein geschnitten, einzig die Suppe war zu stark eingedickt und wirkte etwas üppig.

Das klassische Schweins-Cordon-Bleu mit Petersilienkartoffeln und gemischtem Salat (12,50 Euro) wird "selbstverständlich in der Pfanne" herausgebrutzelt und weist eine angenehm knusprige und nicht zu fettige Panier auf. Das gekochte Rindfleisch (13 Euro) ist ordentlich, das Gemüse hinkt ein wenig hinter den Erwartungen, dafür ist der Semmelkren schön cremig und von angenehmer Schärfe. Bei den Nachspeisen zieht die Küche nochmals alle Register. Apfelkuchen (3 Euro), Kardinalschnitte (3,20 Euro) oder Topfenknödel mit Vanilleeis und Himbeerspiegel (4,50 Euro) weisen auf eine verheißungsvolle Zukunft hin.

OÖN-Wertung: 3 von 6 Kochlöffeln
(sechs Kochlöffel = sehr gut, null Kochlöffel = enttäuschend) 

Mehr Restaurant-Tests aus ganz Oberösterreich:
www.nachrichten.at/aufgedeckt
p.braun@nachrichten.at

INFOS ZUM LOKAL

Gasthaus Schaupp
Kategorie: Gasthaus
Maria Neustift 4, 4443 Maria Neustift
Telefon: 07250/305
Ruhetag: Montag
www.der-schaupp.at

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Artikel Philipp Braun 26. Januar 2018 - 00:04 Uhr
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