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Bad Wimsbach oder bis ans Ende des Salzkammerguts

Touristen und Einheimische schätzen die Hoftaverne und deren gutbürgerliche Küche

Bad Wimsbach oder bis ans Ende des Salzkammerguts

Knödel sind unverzichtbarer Bestandteil jeder Wirtshausküche. Bild:

Es ist nicht in Stein gemeißelt, aber für viele Salzkammergütler bildet die Grenze zum Salzkammergut der steinerne Löwe beim Traunsee. Ebenseer, Bad Goiserer oder Obertrauner mögen den Kopf schütteln, aber Bad Wimsbach-Neydharting aus dem Bezirk Wels-Land liegt am Almfluss wird touristisch dem Almtal zugerechnet und ist Teil des Salzkammerguts – Löwe hin oder her. Der wurde sowieso erst 1861 errichtet.

Einige Jahrhunderte davor und 50 Kilometer von der Raubkatze und dem Traunsee entfernt gab es im 13. Jahrhundert das Wasserschloss Neydharting. Das Schloss zerfiel, die dazu gehörenden Gebäude wurden scheibchenweise verkauft.

Die Hoftaverne ging 1972 an die Familie Dickinger über. Seit damals gilt das Wirtshaus mit 150 Sitzplätzen und angeschlossenem Hotelbetrieb für ein Gasthaus mit gutbürgerlicher Küche und ist eine der wenigen verbliebenen gastronomischen Festungen in Bad Wimsbach-Neydharting, die sich um das leibliche Wohl der Gäste annehmen. Auch dank des beherzten Auftretens von Johann Dickinger, der dem Rückgang der Wirtshäuser nicht tatenlos zuschaut. "Das Wirtshaussterben ist mittlerweile auf einem Punkt angelangt, wo die Gäste merken, dass ihnen was fehlen würde, wenn es keinen Wirt mehr gibt" sagt Johann Dickinger, der sich auch über zahlreiche Stammtische freuen kann, die bei ihm einkehren. Das schlicht eingerichtete Lokal kommt fast ohne Aschenbecher aus, aber "der ganzen Familie wäre es am liebsten, wenn es überall rauchfrei ist", sagt der Senior. "Dazu stehen wir."

Feinspitze können aus einer saisonalen Tageskarte und einer Standardkarte mit mehreren Hauptgerichten und Fischspeisen wählen. In der Küche haben Ehefrau Christine und Sohn Johannes das Zepter in der Hand.

Neben Frittatensuppe (3,20 Euro) gibt es als Vorspeise Grammelknödel auf Blattsalat (5,90 Euro).
Die sind zwar nicht selbstgemacht, fetten aber die traditionelle Wirtshauskarte auf und sind unverzichtbar für ein Gasthaus. Erfreulich ist, dass es regelmäßig Zwiebelrostbraten (16,90 Euro) gibt.

Empfehlenswerter ist das Lammhaxl. Der Biohof Gnigler aus Rutzenmoos hat sich mit seinen Lämmern einen ausgezeichneten Ruf in der Spitzengastronomie erworben. Hannes Dickinger vertraut auch darauf und schmort die Haxln zu wohlschmeckender Qualität mit selbstgemachten flaumigen Knödeln (16,90 Euro).

Sehr fein gelingt auch der Nussauflauf (6,90 Euro), wenngleich die Rosinen zu lange im Rum gebadet haben. Wer weniger Hochprozentiges mag, bleibt am besten beim naturtrüben Eggenberger, "dem Bier zum Salzkammergut".

OÖN-Wertung: drei von sechs Kochlöffeln
(sechs Kochlöffel = sehr gut, null Kochlöffel = enttäuschend)

Ideal für große Feiern und Feste.

INFO

Landgasthof Dickinger
Kategorie: Wirtshaus
Neydharting 15, 4654
Bad Wimsbach-Neydharting
07245 / 25 4 75
Ruhetag: Dienstag
www.gasthof-dickinger.at

 

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Artikel Philipp Braun 06. April 2018 - 00:04 Uhr
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