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Volle Breitseite gegen die FPÖ

Von Markus Staudinger   01.September 2015

ORF-Moderator Obereder, Kontrahenten Haimbuchner und Pühringer: Spannungsgeladener Auftakt zu den Wahlduellen

Alles wieder gut? Im Gegenteil. Wer gedacht hatte, der Landeshauptmann würde sich im ORF-Duell gegen FP-Chef Manfred Haimbuchner nach den jüngsten VP-Breitseiten gegen die FPÖ versöhnlich geben, hat sich getäuscht.

Die FPÖ habe bei ihrem Wahlkampfauftakt in Wels insbesondere beim Thema Asyl „in den Schmutzkübel gegriffen“, setzte Josef Pühringer gleich zu Beginn an. Die FPÖ „hetzt und verängstigt Leute“, warf er seinem blauen Kontrahenten beim Thema Flüchtlinge vor.

Manfred Haimbuchner versuchte es verbindlich. Er suche ja das Gespräch. Pühringer wisse, dass er, Haimbuchner, aus einer „uroberösterreichischen Politikerfamilie“ komme. Im Übrigen spreche die FPÖ nur die „Sorgen und Ängste der Menschen an“.

Empörung über Wahlkampf-Auto der Freiheitlichen
Mit Pinzgauer im Wahlkampf

Pühringer ließ nicht locker: „Ich bin wirklich entsetzt über den Stil, der von Ihrer Partei in den Wahlkampf getragen wird“, sagte er. Pühringer legte ein Foto vom Wahlkampf-Mobil der Linzer Freiheitlichen vor – einem martialisch wirkenden Bundesheer-Pinzgauer. „Das signalisiert Krieg.“

Dann zog er eine Aufnahme eines Besuchers beim FP-Wahlkampfauftakt hervor. „Vizeweltmeister 1945“ steht auf dessen T-Shirt - samt Reichsadler. „Bitte sorgen Sie dafür, dass solche Signale in diesem Land nicht gesendet werden“, sagte Pühringer. Nicht zuletzt schädige das den Ruf des Exportlandes Oberösterreich. Im Übrigen könne er Haimbuchner ganze Reihe von Zitaten von FP-Funktionären vorlesen, „die dieses Land besudeln“.

„Vizeweltmeister 1945“

Der FP-Chef wirkte von der Schärfe des Angriffs überrascht. „Ich hoffe, dass sich der Herr Landeshauptmann wieder abgekühlt hat“, sagte Haimbuchner. „Ich fordere Respekt“.

Ein ehemaliges Bundesheerfahrzeug sei nichts Verwerfliches. Und Menschen mit NS-Gesinnung hätten bei den Freiheitlichen „natürlich nichts verloren“. Pühringer diskreditiere mit seinen Angriffen die 10.000 FP-Mitglieder im Land. Er verwehre sich gegen das „Besudeln der FPÖ“. Inhaltlich forderte Haimbuchner einmal mehr Obergrenzen bei der Zahl der Flüchtlinge, die Österreich aufnehme.

„Ich habe mich nie im Ton vergriffen“, nahm Haimbuchner etwas später für sich in Anspruch. „Wenn Sie hier reden“, hatte Pühringer zuvor eingeschränkt. „Aber wenn Sie am Minoritenplatz in Wels in die Bevölkerung hineinschreien, die Schwarzen und die Roten bereiten den Asylanten ein Schlaraffenland, dann hört sich das anders an, wenn sie die Leute aufhussen.“

Ob denn eine schwarz-blaue Koalition angesichts Pühringers Kritik vorstellbar sei, wollte ORF-Moderator Klaus Obereder am Ende wissen. „Ich stehe da“, sagte Haimbuchner. „Bei mir sind die Türen nie zu“, sagte Pühringer. Aber es müsse jeder aufpassen, dass er sich nicht selbst ausgrenze. „Wenn man das Volk verhetzt“, sammle man Minuspunkte.

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