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Schwarz-Blau: Strugls Präferenz irritiert Pühringer und erfreut Wirtschaftskreise

Erste schwarz-blaue Sondierungsgespräche: Parteichefs Pühringer und Haimbuchner mit ihren Klubchefs. Bild: FOTOKERSCHI.AT/WERNER KERSCHBAUM

Schwarz-Blau: Strugls Präferenz irritiert Pühringer

LINZ. Es war der Aufreger des gestrigen Tages, der ordentlich Wirbel im Landhaus und darüber hinaus verursacht hat.

01. Oktober 2015 - 00:04 Uhr
Oberösterreich wählt
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Dass VP-Wirtschaftslandesrat Michael Strugl im Interview mit den OÖNachrichten von seiner Partei nicht nur mehr Mut zu Reformen verlangt hatte – "Wir haben uns sechs Jahre lang in der Komfortzone bewegt" –, sondern auch gleich eine erste Weiche Richtung Schwarz-Blau legte, war seinem Parteichef, Landeshauptmann Josef Pühringer, zu viel.

Noch vor dem Start der Sondierungsgespräche für eine künftige Regierungszusammenarbeit – gestern waren alle Parteichefs nacheinander bei Pühringer zu Gast – setzte es einen Rüffel für Strugl. Persönliche Vorlieben von Parteikollegen für eine künftige Koalition seien für ihn "nicht relevant", sagte ein sichtlich verärgerter Landeshauptmann.

VP-Klubchef Thomas Stelzer, Pühringers designierter Nachfolger, hält es zwar "strategisch auch nicht für weltmeisterlich klug", sich vor Verhandlungsstart auf Präferenzen festzulegen. In der Sache gibt er Strugl aber recht. Es sei nicht allein die Flüchtlingskrise gewesen, die zu den herben Verlusten am Wahltag geführt hatte. "Unzufriedenheit gab es auch darüber hinaus."

Das sei ein Auftrag für weitere Reformen, sagt Stelzer. Strugls Analyse, wonach sich die ÖVP in den letzten sechs Jahren in der Komfortzone (Ausnahme: Spitalsreform) bewegt hatte, geht Stelzer aber zu weit. "Das habe ich als Klubobmann anders erlebt."

In Wirtschaftskreisen wurde Strugls Botschaft jedenfalls sehr wohlwollend aufgenommen. "Es stimmt, dass in den vergangenen Jahren nichts weitergegangen ist", sagt Friedrich Huemer, Vorstandsvorsitzender des Autozulieferers Polytec. Auch wenn sich bei ihm emotional etwas gegen die Blauen sträube, "führt kein Weg an einer Zusammenarbeit mit der FPÖ vorbei."

"Wenn ich demokratisch denke, dann ist das die logische Variante", sagt Horst Felbermayr senior, Transportunternehmer aus Wels, über eine schwarz-blaue Zusammenarbeit.

Und er spart nicht mit Kritik an Schwarz-Grün: "Es war eine Koalition gegen das Volk, die überzogene Naturschutzmaßnahmen wie Luchs- und Elchkorridore durchgesetzt hat."

Tiefgreifende Reformen

Auch Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl unterstützt Strugls Forderung nach tiefgreifenden Reformen. "Die Welt verändert sich dramatisch. Wenn wir glauben, wir müssen nichts ändern, dann liegen wir falsch", sagt Leitl.

Bei einem löste Strugl gestern ungeteilte Freude aus: FP-Chef Manfred Haimbuchner. Er schätze Strugl schon seit längerem als konstruktiven Gesprächspartner, sagte Haimbuchner – und freue sich, dass der schwarze Landesrat die Ansicht vertrete, dass sich im Land etwas ändern müsse "Wir werden in den Verhandlungen darauf drängen", sagt Haimbuchner. Insbesondere in der Wirtschafts- und Industriepolitik – Stichwort Energiewende – und der Förderpolitik "kann nicht alles beim Alten bleiben". (eda/mst/sib/sd/bock)

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Kommentare

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