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US-Wahl

Donald Trump hat sich vor Vietnam gedrückt

Von Thomas J. Spang aus Washington   03. August 2016 00:04 Uhr

Donald Trump hat sich vor Vietnam gedrückt
Donald Trump

Enthüllung auf dem Höhepunkt der Khan-Affäre bringt den Präsidentschaftskandidaten in die Defensive.

Der Mann, der sich bei Reden gerne als die "militaristischste Person überhaupt" präsentiert, kann sich nicht mehr erinnern, welcher Fuß ihn schmerzte, als die Reihe 1968 an ihn kam, seinem Land in Vietnam zu dienen. Aber er weiß noch, dass es "ein sehr starker Brief war", den sein Doktor schrieb.

Darin erklärte der Arzt den athletisch gebauten Absolventen der "Wharton Business School" untauglich für den Kriegsdienst. Als Grund für die Ausmusterung musste laut "New York Times" ein Fersensporn herhalten. Donald Trump war fein raus, wie viele andere Söhne gut vernetzter Eltern.

Statt nach seinem Eliteschul-Abschluss die Uniform anzuziehen, legte Trump Anzug und Krawatte an, um in das Unternehmen seines Vaters einzusteigen.

Wie sich nun herausstellt, besorgte sich Trump fünf Rückstellungen, bevor ihn die Ferse endgültig vor dem Wehrdienst bewahrte. Dem Skandal-DJ Howard Stern erzählte der Kandidat später einmal, sein "persönliches Vietnam" sei es gewesen, sich bei seinen Frauenkontakten keine sexuell übertragbaren Krankheiten zuzuziehen.

Geschäftsaufbau als Opfer?

Das klang damals so verkehrt wie heute die Behauptung in der Kontroverse mit den Eltern des gefallenen Captains Humayun Khans, auch er habe Opfer für das Land gebracht, in dem er ein erfolgreiches Geschäft aufgebaut habe. Der Vater des muslimischen Hauptmanns, der 2004 im Irak Kameraden und Zivilisten das Leben rettete, als er sich einem Selbstmordattentäter in den Weg stellte, hatte Trump auf dem Demokraten-Parteitag vorgehalten "nichts und niemand für das Land geopfert zu haben". Khizr Khan verwies auf seinen Sohn als Beispiel, um zu zeigen, wie absurd und unamerikanisch der von Trump geforderte Muslimen-Bann sei.

Statt die Dinge auf sich beruhen zu lassen, griff Trump die Eltern und deren muslimischen Glauben an. Diesmal könnte der Rechtspopulist über das Ziel hinausgeschossen haben. Während es laut Analysten genügend Wutbürger gebe, die sich daran ergötzten, wie ein Politrowdy etablierten Größen vor das Schienbein trete, gefiele selbst diesen nicht, wenn er nun ganz normale Amerikaner attackiere. Erst recht Eltern, deren Kind im Dienst für das Vaterland den ultimativen Preis bezahlte.

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