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Wir Oberösterreicher

Drei Rodungsformen als Namensgeber für Dörfer und Familien

24. Januar 2009 00:04 Uhr

Die Rodung spiegelt sich in Dorf- und Familiennamen wider.

Bei der Rodung (von „roden“, „reuten“), die in den Ortsnamen auf -reit, -reut, -roit, -rat oder -greit sprachlich immer noch präsent ist, werden Bäume und Sträucher mitsamt ihren Wurzeln dauerhaft entfernt. Sprachlich verwandt ist das Wort „ausrotten“. In Oberösterreich enden 530 Ortsnamen auf -reit: von Arnreit über Mitterreit bis Schwackerreit. Aber auch Reiterndorf, Rödham oder Roitham gehören hierher. Die Bedeutung von „roden“ steckt auch in der slawischen Wortwurzel von Treffling oder Lasern. In den Familiennamen setzt sich das fort mit Reiter, Roiter, Roitmeier, Roitinger etc. Der Schacherreiter zum Beispiel ist der Waldroder (von mhd. Schache und Reit). Es gibt die Schlagrodung (Schlagen der Bäume), die Brandrodung (Abbrennen) und die Schwendrodung. Bei letzterer werden die Bäume gefällt, das Wurzelwerk bleibt aber.

Die Wurzeln halten das Erdreich in abschüssigen Lagen noch fest, insbesondere wenn die Baumart immer wieder austreibt. Etwa 160 Ortsnamen lauten im Lande auf „schlag“. Zum Beispiel Kirchschlag, Hengstschlag, Holzschlag, Langschlag oder Schlägl. Auf Brandrodung verweisen Namen wie Wurmbrand oder Hundbrenning. Doch „Brandstatt“ bezieht sich meist auf spätere Brandereignisse. Schwenden ist eine langsame Art der Beseitigung des Waldes über mehrere Jahre. Im Wort enthalten ist die Bedeutung „zum Verschwinden bringen“, indem die Rinde durchschnitten und abgeschält wird, so dass der Baum mangels Flüssigkeitszufuhr langsam abstirbt oder dass nachwachsende Triebe immer wieder abgeschnitten werden. 75 Ortsnamen dieses Typs kennt man in Oberösterreich: von Schwand/t/dt bis hin zu Schwanenstadt, das alte Dorf Schwans.

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