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Stefan Brandtmayr

Der Maschinenbauer als Designer und Bühnenbildner

Im Frühsommer gestaltete er das monumentale Bühnenbild zu Franzobels Bürgerkriegsdrama "hunt oder Der totale Februar" in Kohlgrube am Hausruck. "Nach dem hunt-Stress war der Sommer ruhig. Aber jetzt geht wieder alles gleichzeitig los", erzählt Stefan Brandtmayr in seiner Loft-Wohnung in einem Hinterhof an der Rudolfstraße in Linz-Urfahr.

Einmal die Woche saust Brandtmayr nun nach Nürnberg, wo er am Bayrischen Staatstheater das Bühnenbild für Lukas Bärfuss' "Der Bus" (Regie: Georg Schmiedleitner) gestaltet. Zugleich arbeitet Brandtmayr in seinem "Sit - Design Bureau" in Linz.

Seit 1990 entwirft Brandtmayr Büromöbel für die Firma Hali: "Jetzt erstmals auch Sessel." Demnächst sind die Prototypen fertig. "Romeo" und "Julia" heißen die Stühle. Der Name verweist auf Brandtmayrs zweites Tätigkeitsfeld: Theater.

Das begann vor rund 20 Jahren. Brandtmayr gestaltete an der Leondinger "Spielstatt - Junge Bühne", aus dem das Linzer Theater Phönix hervorging, das Bühnenbild für Peter Turrinis "Rozznjogd". Regisseur war Georg Schmiedleitner. Damit begann eine bis heute funktionierende Künstlerpartnerschaft, die zum Beispiel zu Inszenierungen an so berühmten Bühnen wie dem Bochumer Schauspielhaus ("Kaufmann von Venedig") oder in Weimar ("Romeo und Julia") führte.

Dabei war Brandtmayrs Ausbildung zunächst nicht künstlerisch: "Weil ich gern zeichnete und Mopeds reparierte, schlug ein Berufsberater die HTL vor." Also lernte der junge Mann aus Laakirchen in Steyr Maschinen-, Kfz- und Motorenbau.

"Aber bald wusste ich, dass ich auf die Kunst-Hochschule will", sagt Brandtmayr. Ab 1978 studierte er dort. Zunächst beim Designer und Architekten Laurdis Ortner, dann beim legendären Helmuth Gsöllpointner. Der Linzer Kunst-Universität ist Brandtmayr heute noch verbunden - neben seiner Arbeit als Designer und Bühnenbildner ist er auch Universitäts-Lehrbeauftragter.

Aus Laakirchen

Am 26. Februar 1959 in Wels geboren, wuchs Stefan Brandtmayr zunächst in Steyrermühl-Laakirchen auf. Von 1973 bis 1978 absolvierte er in Steyr die HTL für Maschinen-, Kfz- und Motorenbau. Dann Studium und Assistent an der Meisterklasse Metall der Linzer Kunst-Uni. 1986 gestaltet Brandtmayr sein erstes Bühnenbild. Seit 1990 arbeitet er auch als Designer, häufig für den Büromöbelerzeuger Hali.

Design: ist ein Begriff, der wieder überprüft gehört

Mein großes Vorbild als Designer: sind Charles und Ray Eames

Mein Lieblingsdramtiker ist: Werner Schwab

Theater ist für mich: wie Fußball, die Beherrschung des Raumes und das Erzeugen von Spannung und Emotion

Linz ist für mich: Arbeitsplatz und Wohnort

In Linz möchte ich: mitgestalten

Als Kulturhauptstadt sollte Linz: sein Kulturprofil schärfen

Die Kunst-Uni sollte: dabei eine wichtige Rolle spielen

Was haben Büromöbel und Theater miteinander zu tun? Beide sind Teil einer funktionierenden Kultur.

In einem Loft wohne ich, weil ich offene Räume gern habe.

Von Erhard Gstöttner (e.gstoettner@nachrichten.at)

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Artikel Erhard Gstöttner 12. September 2005 - 00:00 Uhr
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