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Leopold Daxsperger

Leopold Daxsperger war der wichtigste Musikpädagoge Oberösterreichs im 20. Jahrhundert. Der gebürtige Innviertler machte Ende der 1920er-Jahre Furore, als er mit seinen Schülern erstmals Gottesdienste im Radio gestaltete.

Geboren wurde Leopold Daxsperger am 11. November 1896 als Sohn eines Braumeisters in Raab, Bezirk Schärding. Schon als Volksschüler durfte der aufgeweckte Bursch die Orgel spielen. Auf Empfehlung seines Lehrers kam er 1908 als Sängerknabe nach St. Florian. "In der Atmosphäre des Barockstiftes empfing er unter Anleitung des späteren Linzer Domkapellmeisters Franz X. Müller erste Einblicke in die Kunst, die für sein Leben bestimmend wurden, vor allem die Musik Anton Bruckners", sagt sein Schüler Rudolf Leßky, der frühere Leiter des Schärdinger Kirchenchores, der Daxspergers Nachlass geordnet und 1998 der Bibliothek des oö. Landesmuseums übergeben hat.

Daxsperger absolvierte die 3. und 4. Klasse am Stiftsgymnasium Wilhering, bewies seine musikalischen Fähigkeiten in der Oberstufe des Gymnasiums Ried als Leiter des Studentenorchesters. Nach dem Kriegsdienst studierte er in Wien Geografie, Geschichte und Musikwissenschaft, vertiefte seine Kenntnisse beim schwedischen Komponisten Hugo Allven. 1922 promovierte er in Geografie, trat 1923 eine Stelle als Mittelschullehrer in Graz an.

In dieser Zeit gestaltete er erste Radiogottesdienste mit seinen Schülern - damals eine Sensation. 1927 ging er als Lehrer an die Bundeserziehungsanstalt Wien 13-Breitensee, studierte daneben an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst. 1930 legte er die Lehramtsprüfung in Musikerziehung ab. Die Kapellmeisterschule absolvierte er u. a. bei dem berühmten Komponisten Erich W. Korngold.

Schon 1932 bis 1934 leitete Daxsperger große Aufführungen des Wiener Musikvereins, an denen bis zu 400 seiner Mittelschüler teilnahmen. 1937 wurde zum 25-jährigen Bestehen der Kirchenmusikabteilung der Akademie seine preisgekrönte Kantate "Von der Eitelkeit auf Erden" im Musikvereinssaal uraufgeführt. 1931 heiratete er seine Frau Friederike. 1940 wurde der Sohn Peter geboren, der mit 24 Jahren an einem Asthmaleiden starb. Daxspergers jüngerer Bruder Ludwig war Domorganist in Linz und Leiter des Bruckner-Chors.

Nach schwerer Krankheit nahm Leopold Daxsperger 1947 die Lehrtätigkeit am Gymnasium Schärding auf. Hier begann sein Wirken als "Brucknerapostel auf dem Land". Er gründete die "Innviertler Chorgemeinschaft", mit der er die großen Werke Anton Bruckners zur Aufführung brachte. Als Leiter der Schärdinger Musikschule regte er 1954 die Gründung der Landeskommission für das oö. Musikschulwerk beim Landesschulrat an, deren Vorsitzender er bis 1961 war. Als Vorsitzender der "ARGE oö. Musikschulwerk im Volksbildungswerk" hatte er großen Anteil am Aufbau des oö. Musikschulwerkes. 1953 wurde er Fachinspektor für Musikerziehung. Seine besondere Leistung waren die Hörerziehungskonzerte mit dem Orchester des Linzer Landestheaters, die von 15.000 Mittelschülern besucht wurden.

Seine drei Streichquartette werden nur noch selten aufgeführt, ebenso die 16 lateinischen Propriengesänge. Von den 18 weltlichen Vokalwerken ist die Kantate "Von der Eitelkeit auf Erden" bis heute bekannt. Daxspergers Klangsprache blieb der Spätromantik verpflichtet. Er starb am 17. Oktober 1963 in Salzburg.

Auf Daxspergers Spuren

• Familiengrab in Zell an der Pram

• Daxspergers Nachlass in der Bibliothek des oberösterreichischen Landesmuseums

• Plattenaufnahme seines "Tantum ergo" auf einer Einspielung des Schärdinger Kirchenchores aus dem Jahr 1971 ("O Jubel, o Freud")
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Artikel 15. Dezember 2006 - 00:00 Uhr
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