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Franz Gumpenberger

Frieden stiften gehört zu den Aufgaben des Rohrbacher Richters


Sechs Geschwister hat Franz Gumpenberger gehabt, an seine gut behütete und geborgene Kindheit in der Ortschaft Damreith erinnert sich der Jurist heute noch gerne zurück. Da der Mühlviertler ein schmächtiges Kind gewesen war, lehnten Pfarrer und Lehrer nach vier Jahren Volksschule eine Fahrt ins Linzer Gymnasium ab. Gumpenberger durfte zwei weitere Jahre Volksschule dranhängen.

Nach seiner Matura musste sich der Lichtenauer zwischen Richter und Arzt entscheiden, er wählte das Jusstudium. Er arbeitete als Jugend- und Zivilrichter und hoffte immer, eine Stelle im Mühlviertel oder in einem Gericht auf dem Land angeboten zu bekommen. Daneben engagierte er sich in der Nachbargemeinde St. Oswald/Haslach für Heimatvertriebene, in der Pfarre und im Sportverein. "Ich war ein guter Fußballer", sagt Gumpenberger, der auch die Fußballmannschaft in St. Oswald mitbegründete. Für sein Engagement wurde der Mühlviertler mit der Ehrenbürgerschaft von St. Oswald, mit der Ehrennadel des Lichtenauer Jagdverbandes, mit dem Rohrbacher Kulturpresis und der Kulturmedaille des Landes OÖ. ausgezeichnet.

Die Möglichkeit, Frieden zu stiften, begeistert den Richter, zudem vermittelt er seinen Klienten gerne Lebenswerte. "Gelassenheit ist eine wichtige Eigenschaft für einen Richter", so der Jurist.

Mit offenen Augen und Ohren geht Gumpenberger durch die Welt, Besonderheiten und Kuriositäten gibt er in diversen Medien zum Besten. Nächstes Jahr geht Gumpenberger als Richter in Pension, dann will er sich mehr Zeit für seine Geschichten, Familie, Freunde und sich nehmen. "Dann will ich auch lernen, mit dem Computer zu arbeiten", sagt der Richter und schmunzelt. In seiner Freizeit bastelt Gumpenberger, er schnitzt Krippen, besucht Museen, geht wandern und stöbert auf Flohmärkten alte Gegenstände auf. Für die Zukunft wünscht sich der Rohrbacher Gesundheit und Lebenszufriedenheit.

Zielstrebig

In der Gemeinde Lichtenau ist Franz Gumpenberger am 3. Mai 1943 geboren. In Linz besuchte er das Jesuiten-Gymnasium am Freinberg, in Innsbruck studierte er Jus. Er arbeitete als Jugend- und Zivilrichter, später als Richter in Freistadt. In Unterweißenbach, Peuerbach und Aigen/Mkr. war Gumpenberger als Gerichtsvorsteher tätig. Seit vier Jahren leitet er das Gericht in Rohrbach.

Das Mühlviertel ist für mich: Heimatland. Hier bin ich geboren, ich fühle mich als Mühlviertler.

Ich schätze am Mühlviertel: die abwechslungsreiche Landschaft, die Jahreszeiten und die Art der Menschen.

Ich vermisse im Mühlviertel: ab und zu das "Über den Tellerrand schauen". Und gelegentlich den Mut, Veränderungen herbeizuführen.

Mundart ist: Muttersprache. Sie sollte viel öfter eingesetzt werden.

Brauchtum ist: das gewachsene Feiern und überlieferte Bewahren, ohne alles Neue abzulehnen.

Meine Lieblingsmusik: Volksmusik und Klassiker wie Werke von Mozart, Beethoven, Bach und Haydn.

Meine Lieblingsmaler: sind Christine Ortner und Josef Kainberger.

Meine Lieblingsliteraten: sind Gottfried Glechner, Brandstätter und Stifter.

Von Griselda Fosen (g.fosen@nachrichten.at)

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Artikel Griselda Fosen 20. Oktober 2004 - 00:00 Uhr
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