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but-TON: Woran denkst du gerade?

Herrn A. aus W. geistert ein zwischenmenschlicher Problemklassiker durch den Kopf. Es handelt sich um die Frage, die meist dann von der Liebsten gestellt wird, wenn mann nach getaner Beziehungsarbeit einnickt: „Woran denkst Du gerade?“

Herr A. schreibt, er habe es aufgegeben, der Ursache für diese Frage auf den Grund zu gehen. Aber „unlängst, ich habe keine Ahnung, wie es passieren konnte, gab ich zur Antwort: ,Es ist sooo schön, dass Du jetzt da bist.‘“ A. war stolz auf seine Schlagfertigkeit.

Doch der Konter kam sofort, berichtet er: „Sie lächelte, kuschelte sich heran und sagte: ,Geh, ehrlich? Jetzt, sag schon!‘“ Dazu fiel Herrn A. nichts mehr ein (postkoitale Aphasie, Anm. der Redaktionspsychologin).

Als Kummerkastenonkel für Gender-Angelegenheiten muss ich nun von dieser üblen Kommunikations-Konstellation die Tuchent des Halbwissens reißen. Es ist nämlich so, dass in der Wunderlichkeit, die Damen von Welt unmittelbar nach dem Erkanntwerden befällt, oft das Verbale vortritt, obwohl das Nonverbale drängt. Ursache dafür ist die Unterdrückung des Gefühls in unserer rationalen Welt. Frau stellt die Frage des männlichen Grauens, weil sie meint, schnurren allein genüge ihm nicht. Irrtum! Männer kommen mit leisem Gegurre und stillem Anhimmeln besser zurecht als mit Logorrhöe in Laken.

Was aber gilt es nun all den verunsicherten Herren A. dieser Erde konkret zu raten? Nach eindringlicher Befragung meiner Frauenkontrollgruppe schält sich eine männliche Standardantwort auf die postorgasmische Fragerei heraus, mit der frau bestens leben kann. Allerdings muss diese mit gutturaler Bedroom-Voice timbreschwanger vorgetragen werden. Sie lautet – für alle Liebeslagen – schlicht und ergreifend „Ja, Liebling!“.

k.buttinger@nachrichten.at

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Lieber Kummerkastenonkel! · von Freudlich (1) · 23.03.2009 13:06 Uhr

Geniale Antwort. "post coitum animal triste, sive gallus et mulier" wußte schon der Römer: nach dem GV ist jedes Tier müde, ausser dem Hahn und der Frau. Daher kommt auch die Sprachlosigkeit des Mannes, wie Ihre Redaktionspsychologin so richtig zu bemerken weiß. Wenn nun der Mann auf die Ergänzungsfrage: "Was denkst Du jetzt?" diese als Entscheidungsfrage beantwortet: "Ja, Liebling", wird das 1.) "Ja" zum Begriff und Ausdruck des Wohlgefühls, das man 2.) dem "Liebling" verdankt. Es manifestiert sich eine Liebeserklärung in nur zwei Worten, was will frau und mann mehr? Die Relevanz Ihrer Entdeckung ist für die sexuelle Emanizipation durchaus mit der Erfindung der Pille vergleichbar, Ihren Beitrag werde ich Frau Dr. Rotraut Perner zur akademischen Nachbereitung übermitteln. Mit freundlichen Grüßen,

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Artikel 21. März 2009 - 00:04 Uhr
Von Klaus Buttinger
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