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Rieder Messe

Mit Rieger rauschende Fahrten erleben

Von David Geisshüttner   02. September 2011 00:04 Uhr

Mit Rieger rauschende Fahrten erleben
Das „Break Dance“ ist einer der Renner in Ludwig Riegers Arsenal. Ab heute geht‘s in Ried los.

RIED. Am Volksfest ist Ludwig Rieger König der Karusselle. Zehn Attraktionen hat der Schausteller mit seinen fleißigen Helfern nach Ried gebracht. Alles dreht sich – nur diesmal höher und schneller.

Es sind Superlativen, die Ludwig Rieger in den Vergnügungspark am Rieder Volksfest bringt: Das schnellste Karussell Österreichs, das größte mobile Riesenrad, die größte transportable Wildwasserbahn. Dazu feiert das Kettenkarussell „Around the World“ in Ried seine Österreichpremiere. In 60 Metern Höhe lässt sich damit über der Stadt schweben.

Der Betreiber dieser Attraktionen kennt das Volksfest wie kein anderer. „Vor 40 Jahren war ich zum ersten Mal hier. Das Rieder Volksfest ist meine Kinderstube“, sagt Ludwig Rieger. Bereits seine Eltern waren Schausteller, und so hat auch der gebürtige Rieder diesen Beruf ergriffen.

Gemeinsam mit seiner Mutter Margit führt er die Geschäfte. 65 Mitarbeiter beschäftigt das Welser Unternehmen – Kassapersonal, Lkw-Fahrer und Arbeiter für den Auf- und Abbau. Und die sogenannten Rekommandeure – also jene, die vor allem durch ihre lässigen Sprüche beim Tagada und Autodrom auffallen.

Ludwig Rieger führt ein Leben auf Achse. Während der Saison – von April bis November – schläft er in seinem Wohnwagen. Eingerichtet ist dieser wie eine schmucke, bürgerliche Wohnung. Elektrokamin, Couch und eine durchaus geräumige Küche – dem Schaussteller fehlt es auch unterwegs an nichts.

Das Schausteller-Leben möchte er nicht missen. Gleich nebenan wohnen die Angestellten in mobilen Appartements. Es ist ein bewegliches Hotel, das mit Rieger von Vergnügungspark zu Vergnügungspark zieht.

Wie hat sich das Schaustellergewerbe in den vergangenen vierzig Jahren verändert? „Die Fahrgeschäfte haben sich verändert. Es ist mehr High-Tech im Spiel, die Kabinen drehen sich jetzt auch nach vorne. Aber auch hier stoßen die Hersteller an die Grenzen des Machbaren“, sagt der Karussell-König.

Die Publikumsrenner blieben dieselben. „So wie die Schaumrolle und der Luftballon immer schon Klassiker waren, wird auch das Riesenrad immer einer bleiben.“ Das Publikum sei geteilt. Die sogenannte „New Generation“ wolle Fahrgeschäfte, die höher, schneller und wilder sind.

Die Familien dagegen bevorzugen Karusselle, auf denen der zehnjährige Bub mit seiner Oma fahren kann. Die meisten Fahrgeschäfte des studierten Betriebswirts gehören ihm selbst, manchmal wird auch angemietet und verliehen. Das 60 Meter hohe Kettenkarussell „Around the World“ stand vor wenigen Tagen noch in den Niederlanden, seit gestern ragt der Turm am Volksfest in die Höhe. Dennoch soll es auch für weniger Wagemutige erlebbar sein.

100 Schilling vom Politiker

Anekdoten vom Volksfest wüsste Ludwig Rieger viele zu erzählen. An eine wird er sich immer erinnern: 1976 nahm er als sechsjähriger Bub an einem Motorradtreffen teil. Am Volksfestgelände fand es statt. Weil der Biker mit der längsten Anreise geehrt wurde und jener mit der kürzesten, avancierte der junge Schaustellersohn mit seinem Mini-Motorrad und Lederoverall zum Star des Treffens.

Schließlich wohnte er nur 100 Meter von der Veranstaltung entfernt. Der damalige VP-Bundesparteiobmann Josef Taus soll ihm einen 100-Schilling-Schein geschenkt haben, weil er für den Sekt noch zu jung gewesen sei. „Du Kleiner“, sollen seine Worte gewesen sein, „damit kaufst du dir ein Eis.“

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